Superhelden und Liebende

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Auch den Valentinstag lernten die Kinder näher kennen. Sie bastelten Herzen für Menschen, die ihnen lieb sind.

Nachrodt-Wiblingwerde - Dem Valentinstag wird gern nachgesagt, eine Erfindung von Blumen- und Pralinenherstellern zu sein. „Stimmt nicht!“ erklärte Andrea Gruß am Samstag 17 Mädchen und Jungen beim Kinderaktionstag der evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld. Namenspatron des Tags war ein Heiliger, mit dem nicht nur Blumen, sondern auch Masken verbunden werden - das passte perfekt in die Karnevalszeit.

Valentin von Terni sah der Überlieferung nach nur die Liebe, wenn ein Paar ein Heiratsgesuch an den Geistlichen richtete. „Er hat auch Menschen getraut, die nach gesellschaftlichen Standards keine Eheleute sein sollten. Diese Frauen und Männer mussten bei ihrer Eheschließung eine Maske tragen, damit ihre Liebe nach außen unbemerkt blieb“, so Andrea Gruß. Zudem war der Priester dafür bekannt, den Paaren Blumen aus seinem eigenen Garten zu schenken. Allerdings kostete ihn sein unkonventionelles Handeln sein Leben: Am 14. Februar 269 starb er den Märtyrertod durch Hinrichtung. Sein Todesdatum ist bis heute weltweit als Valentinstag bekannt.

Manchmal, wie in diesem Jahr, fällt der Tag mit Karneval zusammen, was das Team des Kinderaktionstags natürlich für seine Zwecke zu nutzten wusste. „Mit dem Ursprung dieses Fests haben wir uns natürlich auch beschäftigt, so Andrea Gruß. Es gibt mehrere Theorien darüber, wie die närrischen Tage entstanden sind. Eine davon besagt, dass mit den Masken der Winter vertrieben werden sollte.

„Heute nutzen wir Karneval dazu, einmal im Jahr in eine Rolle zu schlüpfen, die wir im Alltag nicht einnehmen können: Der coole Superheld, die schöne Prinzessin... Das macht richtig Spaß!“

Tatsächlich, das lehrte Andrea Gruß mit Pfarrer Wolfgang Kube den Kindern auch, tragen Menschen auch im normalen Leben Masken. „Zum Beispiel, wenn wir nicht ehrlich sind.“

Manch aufgesetzte Maske kann die Mitmenschen erfreuen. „Das kennen wir doch: Die kleine Schwester quengelt und will spielen, obwohl ich lieber noch meine Lieblingsserie schauen würde. Gebe ich nach und sage ,klar spiele ich gern mit dir’ ,dann trage ich in dem Moment auch eine Maske. Und auch in dem Moment, indem ich dem Lehrer bereitwillig ein Referat zusage, obwohl ich darauf keine Lust habe.“

Noch bis Dienstag sind diese Masken des Alltag wohl aber kein Thema für die jungen Teilnehmer des Kinderaktionstags: Die tollen Karnevalstage werden wie am Samstag noch von Spiel und Tanz geprägt sein.

Erzählen können sich die Kinder davon am 21. März. Dann findet der nächste Kinderaktionstag im evangelischen Gemeindehaus statt. - Von Ina Hornemann

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