Dribbeln und Schießen wie die Idole in Schwarz und Gelb

Die Teilnehmer kamen nicht nur im BVB-Trikot, aber eine Vorliebe für Schwarz-Gelb war natürlich auch keine Voraussetzung für eine Teilnahme am Fußballnachmittag. Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Fußball ist Vertrauen. Ohne das Wissen um die Verlässlichkeit des anderen geht auf dem Platz nichts. Das bringen Harry Janke, Marcel Charles, Michalu Ziolo und Jonas Venschott den Kindern der Evonik-Fußballschule von Borussia Dortmund bei. Am Samstag haben sie ihr typisches Dortmunder Einzugsgebiet verlassen, um in Nachrodt tätig zu werden.

Sekundarschülern, Burggymnasiasten und Mitgliedern der Sportvereinigung Nachrodt bot das BVB-Quartett im Wilhelm-Mestekämper ein professionelles Training an. Sekundarschulleiterin Anne Rohde will den BVB dauerhaft als Kooperationspartner gewinnen. Deshalb war sie hartnäckig geblieben: „Ich habe immer wieder nachgefragt, ob wir nicht mal so ein Training bekommen könnten“, erklärt die Pädagogin. Schließlich ließ sich der BVB überzeugen und sponserte den Besuch einer Trainerdelegation in Nachrodt. 66 Kinder waren sofort Feuer und Flamme fürs Grundlagentraining. Auch der Nachwuchs der Kooperationsschule Burggymnasium und der örtlichen Sportvereinigung bekam eine Chance.

Trotzdem ist die Warteliste an diesem Samstagnachmittag noch lang und die Hoffnung, dass doch noch ein angemeldeter Teilnehmer abspringen wird, bis zum Schluss groß. Die BVB Supporters Lennetal packen fleißig mit an, als Harry Janke, Marcel Charles, Michalu Ziolo und Jonas Venschott aus dem Bus steigen und die Trainingsausstattung ausladen. Der Fanclub hat sich vor der Lennehalle aufgebaut und verpflegt die Zaungäste. Für jüngere Geschwister wird eine Hüpfburg geboten und ein Torschussgeschwindigkeitsmesser sorgt für Kurzweil beim Warten. Übers Fanprojekt hat der Club auch zwei Heimspielkarten für eine Verlosung bekommen. Die Supporters brauchen sich nicht mehr zu bekennen, hoffen aber wie die Trainer gleichermaßen, dass sich die Kinder nach dem schönen Trainingsnachmittag für den Dortmunder Fußball begeistern können.

Der Knirps im Bayern-Trikot wird natürlich trotzdem nicht des Platzes verwiesen, als Harry Janke die Schützlinge begrüßt. Vorab werden die Regeln klar abgesteckt: Teamplay, Fairplay, Respekt, kein Streit, kein Auslachen und gegenseitiges Vertrauen zählen auf dem Platz. Damit letztgenannter Punkt funktioniert, starten die Trainer mit Vertrauensübungen. Danach geht’s ans Essenzielle: Dribbeln, Passen, Ballan- und -mitnahme, Torschuss, Jubel! Geübt wird in vier Kleingruppen. Heute steht der Spaß am Spiel im Vordergrund und nicht die Förderung einzelner Talente. „Heute wird keiner entdeckt“, erklärt Harry Janke lachend. Generell aber werden besonders begabte Teilnehmer durchaus dem jungen BVB-Kader empfohlen. Falsche Hoffnungen weckt aber niemand. „Jedes Kind will das gelbe Trikot tragen. Aber bis dahin ist der Weg weit“, weiß der Diplom-Sportlehrer aus Langenfeld. In Dortmund werden entsprechende Förderkurse angeboten. Als Trainer kommt man auch rum: „Wir waren dieses Jahr schon auf Sylt, in Österreich, in Japan und auf der Aida.“

Das Entdecken der eigenen motorischen Fähigkeiten ist für viele Kinder bei den Trainingsgelegenheiten schon ein großer Erfolg. „Hampelmann und Purzelbaum kennen und können viele nicht mehr”, weiß Janke und fragt Anne Rohde, wie es um den Sport in Nachrodt steht. Vielen Sekundarschülern hat sie erfolgreich das Sportabzeichen abgenommen, Sport-Kooperationen mit örtlichen Vereinen aufgebaut und das Erste-Hilfe-Team des Burggymnasiums zum Mitmachen motiviert. Sportvereinigung und BVB will sie auch dauerhaft gewinnen, um den Schülern viel Spaß und Motivation an Bewegung zu vermitteln. Harry Janke kann das nur begrüßen, denn Sport hält seiner Erfahrung nach auch ganzheitlich gesund. Er fragt Anne Rohde nach dem Ritalin-Konsum der Kinder. Ein Drittel der Sekundarschüler nimmt das auf Methylphenidat basierende Medikament, um ADHS auszugleichen. „Wo viel Sport getrieben wird, ist das deutlich weniger“, weiß Janke und ermutigt Anne Rohde deshalb auch, weiterzumachen in ihrem Bestreben. Das Fußballtraining war eine tolle Erfahrung mehr. - Ina Hornemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare