Kinder machen spannende Entdeckungen im Wald

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Auf dem Waldboden machten die Kinder so manche aufregende Entdeckung. Hier verfolgen sie den Weg einer Spinne.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Montag herrscht Stille im katholischen Kindergarten an der Hagener Straße, und das hat einen Grund. Die Kinder haben die geschlossenen Räume mit der frischen Luft getauscht. Täglich zieht es sie in ein Waldstück Im Dümpel, wo sie erkunden, was Mutter Natur so alles zu bieten hat.

Was krabbelt denn da auf dem Boden? Und was raschelt dort hinten im trockenen Laub? Die Mädchen und Jungen des St. Elisabeth-Kindergartens machen in dieser Woche spannende Entdeckungen im Wald.

Der kleine Anstieg über den Waldweg zu einer Lichtung macht dem einen oder anderen allerdings schon zu schaffen. „Es gibt Kinder, die können gerade noch an Mamas hand zu Fuß über einen glatten Asphaltweg gehen“, weiß Kindergartenleiterin Sandra Schwieren, dass das Gehen auf holprigen Wegen auch in der eigentlich beschaulichen Doppelgemeinde mit viel natürlichem Lebensraum längst für alle Kindern selbstverständlich ist. Doch gerade das schule die Motorik der Drei- bis Sechsjährigen, weiß die Erzieherin.

Der eine mehr, der andere weniger keuchend, sind irgendwann sind alle 29 Mädchen und Jungen auf dem Waldspielplatz angekommen. Moment – ein richtiger Spielplatz ist hier nicht zu erkennen. Aber auch darin liegt die Herausforderung dieser Waldwoche. „Die Kinder lernen ganz schnell, sich auch ohne konventionelles Spielzeug zu beschäftigen“, hat Sandra Schwieren erfahren. Schließlich bietet der Wald ja genügend Natur-Spielzeug: Äste und Zapfen, Steine und Wurzeln und vieles mehr. Da kommt die Phantasie der Kleinen ziemlich schnell in Fahrt, zum Beispiel, wenn aus einem Baumstamm eine Waldtrommel wird. Und dann gibt es da ja auch noch das, was auf dem Boden kriecht und krabbelt, was in den Baumwipfeln raschelt und vielleicht durchs Unterholz hüpft – von den Pferden auf der benachbarten Koppel ganz zu schweigen. Es gibt viel zu entdecken, und das macht hungrig. Doch auch für ein gemütliches Picknick auf dem Waldboden ist alles dabei.

„Hier im Wald verläuft so ein Kindergartentag viel entspannter“, hat Sandra Schwieren festgestellt. Sie und ihre Kolleginnen und der Kollege haben müssen nur wenig schimpfen und haben nur ganz wenig reglementiert. Nur an drei Regeln müssen sich die Kinder halten: Sie dürfen nichts in den Mund stecken, dürfen nur so weit gehen, wie sie die Gruppe im Auge behalten können und müssen bei einem Pfiff sofort einen der erwachsenen Begleiter aufsuchen. „Das funktioniert ganz wunderbar“, versichert Sandra Schwieren.

Waldwochen führt der Nachrodter St. Elisabeth-Kindergarten zweimal im Jahr durch – einmal im Frühjahr/Sommer und einmal im Herbst. Das Wetter spielt dabei eine untergeordnete Rolle, es darf ruhig auch mal regnen. „Nur bei Gewitter gehen wir nicht 'raus oder brechen den Tag ab“, behält Sandra Schwieren die Sicherheit ihrer Schützlinge stets im Auge. ▪ Volker Griese

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