Diskussion im Familienzentrum Fibs zum Thema Kita-Finanzierung

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Bisher lief es einigermaßen rund, was die Mitfinanzierung der ev. Tageseinrichtungen in der Gemeinde über Zuschüsse durch die Kommunalgemeinde anbelangt. Doch das ist kein Automatismus - und über den Antrag des Kreiskirchenamtes auf Zuschüsse mochte der Rat ohne detaillierte Abrechnungen bislang nicht zahlen. Am Freitag besuchten die beiden Politiker Michael Scheffler, SPD-Landtagskandidat und Landtagsmitglied Thorsten Schick (CDU) die Einrichtung Fibs, um gemeinsam mit Eltern, Träger und Erzieherinnen über die Problematik zu diskutieren. So viel Einigkeit in politischen Diskussion kurz vor der Wahl hatte man bisher selten erlebt.

„Ein Kindergarten bewegt sich immer am Rande des Abgrundes, mit ihm dann auch die Kirchengemeinde als Träger“, beklagt sich Pastor Wolfgang Kube. Die evangelische Kirchengemeinde ist seit längerem von finanziellen Sorgen geplagt. Nach dem neuen Kinderbildungsgesetz ist nun auch der Kindergarten in Gefahr. Das neue Abrechnungssystem sorgt für Verwirrung. Auch CDU-Landtagsmitglied- und Kandidat Thorsten Schick sieht hier Handlungsbedarf: „Wenn es hier eine Schieflage gibt, muss man mit der Kommune ins Gespräch kommen“, so sein Appell. Und auch SPD-Kandidat Scheffler ist der Meinung, dass Handlungsbedarf bestehe. „Sollte es einen Regierungswechsel geben, werden wir das Gesetz gründlich überarbeiten. Die Träger brauchen Verlässlichkeit, es kann nicht unser Ziel sein, dass ältere und somit erfahrenere Erzieherinnen für solche Einrichtungen zu teuer werden, oder andere am Existenzminimum leben“, erklärt Scheffler.

Einig waren sich die beiden Politiker auch darin, dass es fatal wäre, die Kirche als Träger dieser Einrichtung zu verlieren. „Wir wünschen uns Trägervielfalt. Die Kirchen haben bis jetzt immer gute und vor allem zukunftsfähige Arbeit geleistet“, erklärt Scheffler weiter. Außerdem verwies man auf den Sicherstellungsauftrag der Gemeinde: Sie muss für Einrichtungen sorgen.

Gleichwohl scheint die akute finanzielle Notsituation für das Familienzentrum Fibs zunächst gebannt: Nach entsprechender Vorarbeit in den Ausschüssen und diversen Diskussionen im Rat und einem weiteren Treffen der Betroffenen, scheint sich abzuzeichnen, dass der Rat wohl der Bezuschussung zum größten Teil zustimmen wird. Zunächst soll eine Pauschalsumme gezahlt werden. Sobald die Verwendungsnachweise (Abrechnungen) vorliegen, der Rest. Um die 31000 Euro sollen jeweils für beide Einrichtungen, für 2009 und 2010 gezahlt werden. So lautet unter anderem der Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung für die kommende Ratssitzung am Montag.

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