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Das gehäkelte Korallenriff

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die KFD-Damen hatten schnell den Dreh ‘raus und freuten sich über die tolle Aktion.
Die KFD-Damen hatten schnell den Dreh ‘raus und freuten sich über die tolle Aktion. © Fischer-Bolz, Susanne

Die wilden und schmucken Formen sehen wie Korallen aus - sollen sie auch. Denn die KFD St. Josef beteiligt sich an einer ganz besonderen Aktion.

Nachrodt-Wiblingwerde – 20 Luftmaschen aufnehmen, fünf Maschen häkeln, eine zunehmen, fünf häkeln, eine zunehmen, irgendwann das Werk umdrehen und wieder von vorne beginnen. So bekommt man eine hyperbolische Ebene. Soll es lieber krauser werden, vielleicht ein Samenkapselmodell oder eine Pseudokugel, kommt die Handarbeiterin aus dem Zählen nicht mehr heraus. Alles für die Weltmeere. Denn die wilden und schmucken Formen sehen aus wie Korallen – und das sollen sie auch. In allen Farben und Formen und mit viel Liebe zum Detail häkeln die Mitglieder der KFD St. Josef für die Aktion „Das Baden-Baden Satellite Reef“.

Wert und Wandel der Korallen

Das Museum Frieder Burda zeigt von Januar bis Juni 2022 die Ausstellung „Wert und Wandel der Korallen“ von Christine und Margaret Wertheim aus Los Angeles. Teil der Ausstellung ist ein neu zu häkelndes Korallenriff, das als „Community-Projekt“ entsteht. Da machen die Nachrodterinnen gerne mit und beteiligen sich über den Diözesanverband Essen an dem weltweiten Projekt, das auf die Zerstörung der Korallenriffe, insbesondere des Great Barrier Reefs vor der Küste Australiens, aufmerksam machen soll.

Nur Waldgrün ist nicht gefragt

Es war übrigens Barbara Kerkmann, Vertreterin der KFD in der Diözesanversammlung Essen, die von der Idee begeistert war und sogleich einen Häkel-Tag im katholischen Vereinshaus organisierte. Einen Dank schickt sie an Elke Klingelhöfer, die ihren Woll-Laden in Letmathe schließt und in den Ruhestand geht. Sie spendete viele Knäuel unterschiedlicher Garne. Zum Häkeln von Korallenformen eignet sich alles, besonders interessant sieht aber tatsächlich die Schwammwolle aus. Bei den Farben kann das ganze Spektrum von zart bis strahlend genutzt werden – nur Waldgrün ist nicht gefragt.

Great Barrier Reef in Gefahr

Und sonst? Schön ist, was gefällt. Es gibt kein Schema F für die Häkelarbeiten. Denn auch die Korallen sind aufgrund ihrer bizarren Formen der Inbegriff natürlicher Schönheit. Doch Korallenriffe sind insbesondere durch steigende Wassertemperaturen der Meere – bedingt durch die globale Erwärmung – stark gefährdet. Korallen leben in enger Symbiose mit bestimmten Algenarten, die ihnen die prächtigen Farben verleihen. Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Erde. Seit den 1980er Jahren werden besonders großräumige und starke Korallenbleichen beobachtet. Die Schädigung erstreckt sich mittlerweile insgesamt auf einer Länge von 1500 Kilometern des rund 2300 Kilometer langen Riffs.

Bis zum 24, November können die Nachrodterinnen noch die Nadeln fliegen lassen. Dann werden die gehäkelten Korallen zum Diözesanverband geschickt, um später Teil der „textilen Wunderwelt“ in Baden-Baden zu werden.

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