Keine Chance für rechte Hetze: Workshop für Jugendliche

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Rechtsextremismus keine Chance geben: Zum Workshop trafen sich Jugendliche mit Sylvia Kothe-Frankholz (l.) und Hendrik Pausmer (2.v.r.) im Jugendzentrum.

Nachrodt-Wiblingwerde –Warum die "White Power" eine Gefahr ist und an welchen Symbolen Rechtsextremisten erkennbar sind, erfuhren Jugendliche bei einem Workshop. Und sie bemerkten auch, wie schnell sich rechtes Gedankengut unreflektiert verbreitet.

„White Power“ ist nicht nur ein Werbeslogan für eine Zahnpasta. Vielmehr ist dies ein Begriff aus dem Rechtsextremismus. Er steht für die rassistische Theorie der Überlegenheit einer „weißen Rasse“. 

Diese und weitere zweideutige Werbebotschaften von Rechtsextremisten, die eindeutig sexistische und homophobe Tendenzen bedienten, sollten Jugendliche auf einer Skala von null bis hundert – und damit nach der Schwere der Diskriminierung – einordnen. Sie nahmen an einem Workshop „zur Sensibilisierung gegen Extremismus“ im Jugendzentrum Nachrodter Kurve teil.

 Weiße Faust und verbotene Symbole 

„Wir sind froh, dass in diesem Jahr mal wieder ein Kurs zustande gekommen ist“, sagte Sylvia Kothe-Frankholz erfreut. Die Expertin für Rechtsextremismus führte mit ihrem Kollegen Hendrik Pausmer durch ein Programm, das sich mit rechter Symbolik, Musik und solchen Tendenzen in der aktuellen Politik beschäftigte. 

Für die „White Power“ steht eine weiße Faust. Sie und viele weitere Symbole wurden auf dem Boden ausgebreitet und inhaltlich eingeordnet; darunter auch von verbotenen Organisationen und Parteien, die sich der Nazi-Symbolik bedienen. 

Rassistische Witze auf dem Schulhof 

In einem Interview sprachen die Jugendlichen auch darüber, welche Erfahrung sie im Alltag mit dem Thema Diskriminierung gemacht haben. An dieser Stelle wurden rassistische Witze genannt, die auf dem Schulhof erzählt würden. „Ich habe da auch mitgemacht, weil es halt jeder in meiner Klasse gemacht hat“, sagte ein junger Teilnehmer. Ob es ihm leid tue, wollte Sylvia Kothe-Frankholz wissen. Die Antwort: ein deutliches „Ja“. 

Auch die immer weiter tradierten Klischees über andere Völker und Berufsgruppen wurden thematisiert. Beispiel: Wenn es darum geht, das Bild eines typischen Franzosen oder das einer Krankenschwester zu malen, durfte weder das Baguette noch Baskenmütze und Schnauzbart oder eine grüne Hose fehlen. 

Information als Gegenwehr

 Ein Mittel, um sich gegen extremistische Tendenzen zu schützen, ist Information, lautete die Botschaft der beiden Kursleiter. In diesem Sinne wollten die Referenten wissen, wie sich die Jugendlichen über die aktuellen politischen Entwicklungen informierten. 

Die Jugendlichen nannten neben dem Unterricht in der Schule die Zeitung und das Internet. Doch gerade dort gilt es, ebenfalls sensibel zu sein für rechte Parolen.

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