Das Ende der Kleiderkammer

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Die Kleiderkammer schließt zum Ende des Jahres.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist das Ende der Kleiderkammer: Das Erfolgsmodell der Nachrodt-Wiblingwerder Flüchtlingshilfe hat in den Hochzeiten der Flüchtlingswelle auf ganzer Linie gepunktet und wird augenscheinlich jetzt nicht mehr dringend benötigt. Hinzu kommt, dass der Pachtvertrag für die Räume der neuapostolischen Kirche Ende des Jahres ausläuft.

In der Kleiderkammer gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Liebevoll sortiert, haben die Flüchtlinge dort die Möglichkeit, sich mit den wichtigsten Dingen einzudecken: Bekleidung, Hygieneartikel, Bettwäsche, Schuhe, Spielzeug und mit vielen anderen Alltagsgegenständen.

Dank der Spendenbereitschaft der Nachrodt-Wiblingwerder waren und sind die Regale immer gut gefüllt. Hunderte Menschen konnten bisher versorgt werden. Seit 2015 kümmern sich Werner und Brigitte Tetzlaff federführend um die Kleiderkammer, haben – wie auch Birgit Schulte-Pinto und Roswitha Kohlmann unter anderem – viel Zeit und Engagement in die ehrenamtliche Tätigkeit rund um die „Fundgruben-Aktion“ gesteckt. Auch andere Unterstützer waren immer wieder vor Ort. Montags war lange Zeit Annahmetag, donnerstags Ausgabe. Wenn Familien kamen, gab es auch Extra-Termine, damit man genug Zeit für die Menschen hatte.

Doch von einem Ansturm kann schon lange nicht mehr die Rede sein. Die Öffnungszeiten wurden peu à peu verändert, Helfer zogen sich zurück. Während die Flüchtlingshilfe mittlerweile immer mehr eher im Verborgenen stattfindet, haben Werner und Brigitte Tetzlaff der Kleiderkammer die Stange gehalten.

Bürgermeisterin Birgit Tupat hofft nach der Schließung der Kleiderkammer auf eine Kooperation: „Die großen Anstürme sind vorbei und ich denke, dass wir vielleicht mit anderen, wie mit der Caritas in Altena, zusammenarbeiten können. Die Kleiderkammer ist wie ein kleines Kaufhaus. Die ist auch nicht an zwei Tagen ausgeräumt. Und vielleicht finden wir auch noch ein Zwischenlager, um beispielsweise Waschmaschinen und Herde zu lagern.“

Anfragen an die Immobiliengesellschaft der neuapostolischen Kirche, was jetzt mit dem Gebäude passieren wird, blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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