Politik will zuhören, doch die Jugend bleibt stumm

Nurseli (l.) hielt der Zukunftswerkstatt die Treue und sah sich die vorbereiteten Pläne zur Umgestaltung des Lenneumfelds an. Manuela Behle (3.v.r.) wird wenig zu berichten haben im nächsten Kreisjugendhilfeausschuss. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Für Manuela Behle war es enttäuschend: Die Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle für Kinder- und Jugendarbeit traf bei der dritten Zukunftswerkstatt in Nachrodt-Wiblingwerde gerade mal eine Jugendliche im aktuell nicht belebten Jugendtreff Wiblingwerde an. Nachdem bei den zwei vorangegangenen Veranstaltungen die Ideen nur so gesprudelt waren, scheint die Luft aktuell raus zu sein.

Behles Kollegen hatten bei den Veranstaltungen in Nachrodt volle Flipcharts am Ende jeder Veranstaltung. Nachdem in der ersten Sitzung noch viele utopische Wünsche wie eine Fast-Food-Filiale und die Ansiedlung einer großen Modekette von den Kindern und Jugendlichen geäußert worden waren, hatten sich die Teilnehmer bei der zweiten Veranstaltung im Sommer den Themen gewidmet, die innerhalb der Gemeinde umzusetzen waren. Rat, Verwaltung und Jugendzentrum zogen mit und notierten, welche Spielplätze auf Gemeindegebiet angenommen wurden, welche Events sich Jugendliche wünschen und erweiterten die Öffzungszeiten der „Nachrodter Kurve“ auch aufs Wochenende. Aus der Zukunftswerkstatt wuchs die Jugendgruppe „NaWib“ heraus, die zum Teil Ideen aus der Zukunftswerkstatt aufgreift, sich aber lieber unabhängig bewegt und eigene Pläne umsetzt.

Die Stimme von Kindern und Jugendlichen ist aber weiterhin gefragt: So wäre sie besonders wichtig in Fragen der Gestaltung des Lenneumfelds. „Mit dem Brückenbau, der zwar noch in weiter Ferne liegt, wird auch eine Spielfläche für junge Nachrodt-Wiblingwerder angelegt. Da wäre es wichtig, zu wissen, was der Jugend am Herzen liegt bei der Gestaltung dieser Fläche“, erklärt Jugendzentrumsleiterin Renate Richwien. Sie und ihr Kollege Joachim Struwe, die Ratsvertreter Susanne Jakoby (SPD) und Stefan Herbel (CDU), sowie Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer hatten die Pläne für die Umfeldgestaltung mitgebracht, um die Meinung der Kinder und Jugendlichen einzuholen.

Durch die Aktion „heißer Stuhl“ wollten Vertreter von Rat und Verwaltung herausfinden, was sich in Nachrodt-Wiblingwerde getan hat seit den vergangenen Zukunftswerkstätten und was sich noch ändern muss. Auch die Zukunft des Jugendzentrums wäre am Mittwoch Thema gewesen. Doch trotz Shuttle-Services bis zum Wiblingwerder Jugendtreff blieb das angesprochene Klientel fern. „Vielleicht war das Wetter heute zu schön“, fragte sich nicht nur Renate Richwien.

Im nächsten Jugendhilfeausschuss des Märkischen Kreises wird Manuela Behle ohne die Stimme der örtlichen Jugend vortragen, was in der Doppelgemeinde thematisiert werden müsste. Es ist der letzte vor der Kommunalwahl... - Ina Hornemann

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