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Kaum Corona-Verstöße - wegen einer Besonderheit

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Bußgeldbescheid
Bußgelder aufgrund von Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung halten sich in Nachrodt-Wiblingwerde in Grenzen. © Julian Stratenschulte/dpa

Wer gegen Corona-Regeln verstößt, dem kann es schnell teuer zu stehen bekommen. In der Doppelgemeinde Nachrodt-Wiblingwerde sind die Bußgelder aber vergleichsweise gering.

Nachrodt-Wiblingwerde – Maske mit oder ohne Absicht vergessen: 150 Euro. Gefälschter Test- oder Impfausweis: 1000 Euro. Besuch empfangen, wenn man in Quarantäne ist: 250 Euro. Weil Bürger gegen die Corona-Regeln verstoßen, kommt an Bußgeldern einiges zusammen. Doch im Vergleich zu anderen Städten sind die Einnahmen in Nachrodt-Wiblingwerde „Peanuts“. Zudem gibt es augenscheinlich immer weniger Verstöße.

Waren es 2020 noch Bußgeld-Einnahmen in Höhe von 12.000 Euro und Verwarngelder in Höhe von 4320 Euro, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 3400 Euro an eingenommenen Bußgeldern und 4969 Euro Verwarngelder. Zudem wird nicht explizit differenziert: Auch andere Verstöße, wie zum Beispiel das Falschparken, fließen in den Topf. Mit Blick auf die Einnahmen zu Zeiten vor Corona gab es nur 2020 einen Batzen mehr Geld. Und interessant: Die Verstöße wurden nur durch Kontrollen des Ordnungsamtes auf der Straße entdeckt. Es waren 2020 besonders die Kontaktbeschränkungen, die ignoriert wurden. Nachbarn, die eine Party beim Ordnungsamt meldeten oder andere Corona-Verstöße anzeigten, hat es bis jetzt nicht gegeben. Nur einmal wurde die Polizei wegen Ruhestörung gerufen und so kam eines zum anderen: „Die Polizei ist in eine Party geplatzt“, erzählt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Die Anzeige der Polizei landete dann eine Woche später beim Ordnungsamt.

Kaum Corona-Verstöße: Nachbarn klären Sache oft unter sich

Grundsätzlich, so glaubt Sebastian Putz, würden Nachbarn eher das persönliche Gespräch beim Thema Corona suchen, nicht aber die Behörden einschalten. „Das ist aber nur ein Bauchgefühl“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Ganz anders sieht es allerdings bei Problemen weit weg von Corona aus. „Der Klassiker sind Nachbarschaftsstreitigkeiten. Dann bekommt das Ordnungsamt oft anonyme Post. Es folgt eine Risikoabschätzung. Ist tatsächlich Gefahr in Verzug? Nur dann handeln die Verwaltungsmitarbeiter, denn anonymen Beschwerden wird nicht nachgegangen.“

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