Mit den Knien reift der Humor

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Kein Kathrin Heinrichs-Programm ohne die köstlichen Lebensweisheiten von Helga Hammer-Gescheidt. Die Lehrergattin muss sich dem Schlimmsten stellen: Der Ruhestand naht... - Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Alter macht sich bemerkbar bei Kathrin Heinrichs. Ihren Protagonistinnen wachsen Haare an Stellen, wo vorher keine Stellen waren. Und irgendwie verlagert sich am Körper alles nach unten. Der Mensch schrumpft. Doch der Humor bleibt, wie das Publikum in der ausverkauften Rastatt deutlich zu spüren bekam.

In ihrer Geschichte mit der passenden Überschrift „Das geht“ bringt Kathrin Heinrichs die Tücken des Älterwerdens mit Kindern gelungen auf den Punkt. Ist die älteste Tochter reif für den Abschlussball, sind die eigenen Knie so nachgereift, dass sie nicht mehr aus einem kurzen Cocktailkleid herausluken sollten.

Ihr Programm hatte die Kabarettistin und Autorin zweigeteilt: In der ersten Hälfte lieferte die Mendenerin köstliche Appetithäppchen aus ihren Sauerlandkrimis mit Vincent Jakobs und Geschichten aus dem Leben ihrer Romanheldin Nelly. Die, da macht Kathrin Heinrichs keinen Hehl draus, hat einige Charakterzüge von ihrer Autorin vererbt bekommen. Ihr Leben ist bestimmt von einem turbulenten Familienleben, das durch den sauerländer Einschlag natürlich eine besondere Note bekommt.

Der SPD-Ortsverein hatte die Rastatt voll bekommen. Das Publikum erlebte einen kurzweiligen Abend.

Der SPD-Ortsverein, der zu dem Kabarett-Abend eingeladen hatte, freute sich über volles Haus im Rastatt-Saal. Gut gestärkt mit Sekt und Häppchen vom Büffet freute sich das Publikum nach der Pause auf die zweite Runde des Abends mit Helga Hammer-Gescheidt, dem kabarettistischen Alter Ego von Kathrin Heinrichs.

Die Lehrer-Gattin im schillernden Lurex muss sich mittlerweile auf das Schlimmste gefasst machen: Den Ruhestand ihres Göttergatten „Bennat“. Sie schreibt Gedichte, er nutzt Facebook und beides kommt nicht so recht an bei anderen Leuten. „Bennat schickt nämlich jedes Posting korrigiert zurück“, erklärte die einstige Vorsitzende der ersten Lehrerfrauen-Selbsthilfegruppe der Bundesrepublik.

Bennat muss Sport machen, der Hund muss härter werden und die persönliche Hemmschwelle für heikle Themen will mittlerweile barrierefrei sein. Helga verzieht die Miene, der sauerländer Akzent dehnt sich, das Publikum lacht Tränen. Es gibt Hoffnung auf ein Wiedersehen. Denn keine von Kathrin Heinrichs’ Geschichten ist bereits auserzählt. - von Ina Hornemann

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