Katholischer Friedhof Einsal: Neuer Friedhofsgärtner und neue Kühlkammer

„Es lebe der Friedhof“

Wollen gemeinsam einige Projekte angehen: Klaus-Dieter Jacobsen (links) und Jens Büße
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Wollen gemeinsam einige Projekte angehen: Klaus-Dieter Jacobsen (links) und Jens Büße

Wenn es nach Jens Büße geht, wird der katholische Friedhof in Einsal zu einem Ort der Begegnung. Pläne gbt es viele - und auch eine neue Kühlkammer.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Für sich selbst ist jeder unsterblich; er mag wissen, dass er sterben muss, aber er kann nie wissen, dass er tot ist.“ Samuel Butler hat das gesagt. Der britischer Schriftsteller wurde 1902 auf eigenen Wunsch eingeäschert. Dass Menschen ihre Beerdigung bis ins Detail planen, ist heute längst nicht mehr so ungewöhnlich. Tatsächlich nimmt dies immer mehr zu. „Der Tod gehört zum Leben dazu“, sagt Klaus-Dieter Jacobsen und findet das gut. Er ist im Kirchenvorstand von St.- Matthäus/St- Josef und verkündet zwei gute Neuigkeiten rund um den katholischen Friedhof in Einsal: Es gibt eine neue Kühlkammer – die erste überhaupt in Einsal. Und ein neuer Friedhofsgärtner hat seine Arbeit aufgenommen.

Kirchengemeinde investiert 8000 Euro

Bis zu vier Särge passen in die neue Kühlkammer, die Ralf Ley und Joachim Bucar von der Firma Kältetechnik Rauschenbach aus Bergneustadt in der vergangenen Woche anlieferten. Dort, wo auf dem katholischen Friedhof bislang zwei Leichenkammern waren, wurde eine zur Kühlkammer umfunktioniert. Sie kann bis zu minus 15 Grad heruntergefahren werden, ist aber im Normfall auf etwa fünf Grad eingestellt. „Es gibt immer Menschen, die die Verstorbenen noch einmal sehen möchten. Das war in den Hochsommern der vergangenen Jahre nicht gut möglich, mit dem Einsatz der Kühlkammer jetzt aber zukünftig durchaus. Der Sarg kann nun für solche Fälle von der Kühleinrichtung nach nebenan zur Leichenkammer gebracht werden“, sagt Klaus-Dieter Jacobsen. 8000 Euro hat die Kirchengemeinde investiert. Und sie plant weiter zukunftsorientiert.

„Ich bin erstaunt, wie viele Leute hierher kommen“

Klaus Dieter Jacobsen freut sich, mit Friedhofsgärtner Jens Büße einige neue Projekte angehen zu können. Der 54-Jährige, der auch seit 23 Jahren den katholischen Friedhof in Hohenlimburg betreut, ist seit dem 1. Mai in Einsal im Einsatz. „Dieser Friedhof ist wunderbar fequentiert. Ich bin erstaunt, wieviele Leute hierher kommen. Das macht Freude“, sagt Jens Büße, der sich zunächst um ein neu anzulegendes Urnengemeinschaftsfeld kümmern wird. Das Feld A ist belegt, nun wird ein zweites angeboten – schön gestaltet und natürlich auch mit einem Platz, an dem Angehörige Blumen und Kerzen werden ablegen können.

Wiesenreihengräber, Urnenreihengräber, Urnengemeinschaftsfelder, Wahlgräber, zwei Stelen-Columbarien neben den beerdigten Pastören: Die katholischen Kirchengemeinde bietet eine Reihe von Bestattungsmöglichkeiten an. Grund dafür ist der gesellschaftliche Wandel, dem sich die Kirchengemeinde stellt.

„Man muss mit der Zeit gehen“

„Die Leute sind immer mehr im Stress, möchten oft nicht mehr die pflegeintensiven Grabstellen“, erzählt Klaus-Dieter Jacobsen. Die Idee für das Stelen-Columbarium hatte er gemeinsam mit Helmut Kruse nach einem Besuch im Stadion von Barcelona. „Als wir ‘rauskamen, guckten wir direkt auf den Friedhof“, sagt Klaus-Dieter Jacobsen, der das Columbarium später mit Hans Wehr in der Doppelgemeinde umsetzte. Das war 2011. Einige Kammern sind noch nicht besetzt, aber reserviert. „Später werden wir vielleicht erweitern“, so Klaus-Dieter Jacobsen und ergänzt: „Man muss mit der Zeit gehen.“ Auch ein Rosarium könnte er sich gut vorstellen.

„Es lebe der Friedhof“

Dass man sich zu Lebzeiten mit dem eigenen Tod beschäftigt, findet Klaus-Dieter Jacobsen ein beruhigendes Gefühl. Viele machen das, um später ihre Kinder nicht damit zu belasten. Für anderen ist es ein Trost zu wissen, dass die Grabstelle vielleicht direkt hinterm Törchen ist. Doch auch zu Lebzeiten sollte der Friedhof kein Tabuthema sein. „Es lebe der Friedhof“, sagt der neue Gärtner Jens Büße und ist der Meinung, dass Friedhöfe Orte der Begegnung sein könnten. Dazu gehört auch, dass sie gut zu erreichen und freundlich aufgebaut sind. „Leute wie Hans Wehr, Friedhelm Schröder, Ewald Pischke und viele andere haben die Zeichen der Zeit erkannt. Schon vor Jahren wurden Gräber umgelegt und Wege angelegt“, erzählt Klaus-Dieter Jacobsen.

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