Kulinarisches im Katholischen Vereinshaus – diesmal gibt’s Wiblingwerder Sauerkraut

Töpfe werden knapp, wenn die Frauengemeinschaft kocht

Vor dem Genuss steht die Arbeit: Die Frauen der St. Josef-Gemeinde hantierten in der Küche des Katholischen Vereinshauses mit großen Töpfen, denn es wollten 34 Portionen Sauerkraut gekocht werden. Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Inge, wir brauchen den Topf”, tönt es durch die Küche im Katholischen Vereinshaus. Der Vanillepudding muss flott Platz machen für die nächste Ladung Sauerkraut. 34 Portionen hat die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) davon am Donnerstag gekocht – auf besonderen Wunsch von Pastor Herrmann-Josef Lösing. Natürlich hat er die nicht alle allein gegessen.

Hausmannskost hat schon öfter auf dem Plan gestanden bei der KFD. Von der deftigen Wirsingroulade bis zum leichten Fastenzeitmenü haben die Mitglieder schon viel ausprobiert in der gemeindeeigenen Küche. Viele Gerichte sind bekannt und wurden schon oft von den Frauen daheim gekocht. „Aber genau darin liegt die Herausforderung”, erklärt Christa Nölke lachend. „Jede macht es eben anders.“

Neun Kilo von dem berühmten selbstgemachten Sauerkraut, das der Heimat- und Verkehrsverein jedes Jahr anbietet, hat Christa Nölke auf Vorrat gekauft und für die Aktion „KFD kulinarisch“ eingefroren. Die Zweite Vorsitzende schwört auf den Schnellkochtopf bei der Zubereitung des Gemüses: „15 Minuten und Sie haben ein Super-Mittagessen!“

Heute geht es natürlich nicht so schnell, weil nicht nur die 16 angemeldeten Frauen kochen und gemeinsam speisen wollen, sondern auch Vorbestellungen zum Mitnehmen eingegangen sind. Das Sauerkraut wird deshalb pur abgekocht und erst dann aufgesetzt. Hinzukommen Kasslerfleisch und Mettwürstchen, Wacholderbeeren, ein Lorbeerblatt pro Topf und natürlich Pfeffer und Salz.

Obwohl bei diesem Gericht schon viel in einem Topf landet, sind die Kochgefäße rar. Einen großen Sack Kartoffeln haben die Frauen geschält. Die lauern schon im Salzwasser darauf, gekocht und mit Milch, Muskat, Salz und einem Klecks Sahne zu einem sämigen Püree gestampft zu werden. Darüber kommen frisch angebratene Zwiebeln als Topping. Damit beim Schälen nicht allzu viele Tränen vergossen werden, hat die KFD sich für die milderen Gemüsezwiebeln entschieden. In der Pfanne stapeln sich die Schichten und wollen regelmäßig gewendet werden – „Dass uns hier bloß nichts anbrennt“, heißt die Devise.

Zum Nachtisch gibt es Schokoladen- und Vanillepudding mit Ei. Das Eiweiß wird extra geschlagen und bildet ein dekoratives Häubchen für das süße Dessert.

Während der Sauerkrautduft verführerisch durch die Küche wabert, haben sich einige Frauen schon ans Tischdecken gemacht. Sobald alle Zutaten verkocht sind, nehmen sie Platz an der eleganten Tafel. „Das Auge isst schließlich mit“, weiß Margarete Richter und stellt die Servietten auf. Ausgerechnet Pastor Lösing, der sich besonders auf die Hausmannskost gefreut hat, ist erkrankt. Für ihn wird natürlich trotzdem gesorgt.

Im Herbst dürfen sich er und die treuen Fans der regelmäßigen Aktion ,,KFD kulinarisch” auf Variationen mit Herbstgemüse freuen. Jeder Euro, der übrig bleibt durch den Verkauf der Gerichte zum kleinen Preis, fällt diesmal übrigens in die Jubiläumskasse der Katholischen Frauengemeinschaft der St. Josef-Gemeinde. - Ina Hornemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare