Am Waldlehrpfad entsteht ein Apfelhain

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Am Rande des Waldlehrpfades am Lohagen haben Jugendliche zusammen mit Karl-Heinz Tacke Apfelbäume gepflanzt.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Zwölf junge Apfelbäume haben einen Platz am Rande des Waldlehrpfades gefunden. Angepflanzt haben sie vier Jugendliche aus Wiblingwerde, die ihre Mitarbeit am Lehrpfad schon im vergangenen Jahr zugesagt hatten.

Alexander Henkel, Nils Bartelt, Jan Triches und Björn Hülle leisteten zum Teil Schwerstarbeit, um die Bäume in den Boden zu bekommen. Zunächst mussten sie ein 60 Zentimeter tiefes Pflanzloch ausheben, in das anschließend Mutterboden eingefüllt wurde. Danach passten sie an das Loch ein Drahtgitter an und setzten es ein. „Das soll verhindern“, erklärte Karl-Heinz Tacke, der den Einsatz auch koordinierte, „dass Wühlmäuse die Wurzeln der jungen Bäume schädigen können“.

Doch nicht nur vor unterirdischen, auch vor oberirdischen Feinden müssen die Bäume geschützt werden. „Wir bauen so genannten Dreiböcke“, erläuterte Jan Triches die drei miteinander verbundenen Pfähle. die im Dreieck um den Baum herumstehen. Sie werden mit Draht umspannt, damit Rehe, die eine Vorliebe für Baumrinden haben, den Apfelbäumen nicht zu nahe kommen. Jeder Baum wurde dann senkrecht aufgestellt und mit Seilen an dem Dreibock fixiert, jeweils mit einer Schleife am Ende versehen. „Das hat schon seinen Sinn“, erklärte Tacke. „Denn der Baum wächst ja und die Seile müssen immer mal wieder nachjustiert werden. Und das geht so am besten.“

Bei den Apfelbäumen handelt es sich im übrigen um alte Sorten. Diese Art wird von seit vielen Jahrzehnten gepflanzt. So wurden es die vier jungen Männer aus Wiblingwerde auch nicht müde, Loch für Loch zu buddeln und jedes von ihnen mit einem Baum zu versehen. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei zum einen von Tacke selbst und zum anderen von dessen Enkel Julian Thiemeyer und dem Landwirt Fritz Becker aus Brenscheid.

Die Lichtung, auf der die Bäume jetzt stehen, hatte Tacke innerhalb von rund vier Wochen vollständig gerodet. Im Moment sieht es an diesem Teil des Waldlehrpfades daher noch ein wenig trostlos aus. Aber die Pflanzaktion soll schon bald Früchte tragen – wenn auch keine essbaren. Vielmehr soll sie ein Beitrag für den Naturschutzwettbewerb der Bezirksregierung Arnsberg sein, in dem gefordert wird, Grünflächen mit Blumen zu versehen. „Bunt statt grün“ heißt die Aktion. Björn Hülle, Alexander Henkel, Jan Triches und Nils Bartelt wollen mit in dieses Boot. „Gewinnen können wir zwar nicht“, glaube sie. Dafür sei das Terrain viel zu klein. Aber bunt soll es werden am Lohagen. Und wer Tacke, seine vier Mitstreiter, Enkel Julian und Landwirt Becker bei der Arbeit gesehen hat, der kann sich wahrscheinlich vorstellen, wie die große Wiese mit den zwölf Apfelbäumen, begrünter Fläche und jeder Menge bunter Blumen später einmal aussehen könnte. Auf die „Äpfel aus Nachbars Garten“ wird man aber zunächst noch warten müssen. Es dauert etwa fünf bis sechs Jahre, bis die neu gepflanzten Bäume die ersten Früchte tragen. ▪ Hartwig Bröer

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