Karl-Heinz Tacke fing vor 40 Jahren mit dem Weihnachtsbaumverkauf an

„Habe Bäume und Kinder aufwachsen sehen“

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Familie Lübeck aus Lüdenscheid zählt seit Jahren zur Stammkundschaft bei Familie Tacke am Hallenscheid. Drei Generationen genießen den Bummel durch die große Tannenauswahl. Später gibt’s immer ein Heißgetränk in der Bauernstube

Nachrodt-Wiblingwerde -  Karl-Heinz Tacke lässt sich einen Rundgang über den Verkaufsstand am Hallenscheid nicht nehmen. „Mittlerweile begrüße ich schon die Enkelkinder meiner ersten Kunden hier“, schildert der Seniorchef des Tannenhofs lachend. Nicht nur seine Weihnachtsbäume hat er in 40 Jahren wachsen sehen, sondern auch die Kinder, die mit roten Wangen durch die Auswahl streifen auf der Suche nach dem schönsten aller Bäume.

„Für die Kinder ist der Tag des Baumaussuchens fast so aufregend wie Weihnachten selbst“, hat der Seniorchef in all den Jahrzehnten festgestellt. Während die Kinder oft ganz genau wissen, welcher Baum ihnen gefällt, gibt’s bei den Eltern immer wieder Diskussionen. 

Steht der Baum mitten im Wohnzimmer, dann muss er rund herum einheitlich aussehen. An der Wand platziert, ist eine flache Stelle gar nicht so unvorteilhaft. Familie Lübeck aus Lüdenscheid hat sich für genau so ein Modell mit abgeflachtem Rücken entschieden. Rote Kugeln und Strohsterne wird der Baum bekommen und drunter kommt eine Weihnachtsdecke. 

„Da sind wir ganz traditionell“, erklären die Stammkunden, für die der Weihnachtsbaumkauf immer ein großes Familientreffen mit Eltern, Schwester, Kindern und Nichte ist. Ein Heißgetränk in der Bauerstube muss einfach sein nach dem Streifzug durch die kühle Winterluft. 

„Das ist eine schöne Tradition, die wir alle genießen.“ Das gilt nicht nur für Familie Lübeck. Der Parkplatz auf den Wiesen ist am dritten Adventsamstag bereits mittags voll. „Das sind heute alles Einheimische“, weiß Karl-Heinz Tacke.

Seniorchef Karl-Heinz Tacke (r.) war ganzjährig in der Schonung unterwegs und hat jeden Ast gesichtet.

 „Die Ruhrgebietler kommen meistens sonntags.“ Obwohl auch dort Bäume erhältlich sind, nehmen die Kunden gerne ein paar Kilometer auf sich. „Das liegt an unserer Erde“, weiß der Seniorchef. Der tiefgrundige Boden hat die Tannen auch über den Dürresomme und den trockenen Herbst gerettet. 

„Kollegen, die weniger Erduntergrund haben, mussten künstlich bewässern. Wir sind gut durch die Trockenphasen gekommen“, ist der Landwirt erleichtert. Unabhängig davon rät er jedem Käufer, den frisch gekauften Baum an einem kühlen Plätzchen erst einen Tag trinken zu lassen, bevor er in den Ständer kommt und geschmückt wird.

„Dann hat man lange Freude daran!“ Diskussionen um Nadelverluste sind nahezu ausgestorben, seit die Nordmanntanne in den Haushalten Einzug gehalten hat. Obwohl Karl-Heinz Tacke die Qualitäten der Edeltanne immer noch sehr schätzt: „Sie duftet doch so herrlich!“ Er selbst wird sich zu Weihnachten wieder eine kleine Edeltanne ins Wohnzimmer stellen.

„Auf ein Tischchen, wir haben wieder einen jungen Hund“, plaudert der Senior aus dem Nähkästchen. Die ganze Familie - 20 bis 25 Personen - wird am Tisch Platz nehmen und an Heiligabend einen wohlverdienten Feierabend haben. Kinder, Schwiegerkinder und Enkel sind mittlerweile gefragt, wenn die Vorweihnachtszeit beginnt. 

„Ohne die wäre dieser Andrang auch nicht zu bewältigen!“ Träumen lassen hätte sich Karl-Heinz Tacke das nicht, als er vor 40 Jahren den ersten Verkaufsstand in Letmathe eröffnete und ein klitzekleines Glühweinbüdchen in der Pferdebox auf dem Hof. 

„Ich bin sehr glücklich darüber, wie es gelaufen ist und gehe in jeder Saison noch selbst mit der Rosenschere in die Schonung. Das ist Arbeit und Glückseligkeit zugleich!“

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