Experten vor Ort

Kampf gegen Corona: Schulen rüsten auf

Fenster auf an der Grundschule Nachrodt. Doch es soll  im Kampf gegen Corona mehr getan werden als zu lüften.
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Fenster auf an der Grundschule Nachrodt. Doch es soll im Kampf gegen Corona mehr getan werden als zu lüften.

Experten inspizieren die Schulen in Nachrodt-Wiblingwerde. Es geht um den Kampf gegen Corona. Beim Thema Impfungen für Kinder und Jugendliche ist die Meinung differenziert.

Nachrodt-Wiblingwerde – Fenster auf. Stoßlüften. Raus mit den Viren. Alle 20 Minuten. Die Schüler kennen das Prozedere. Die Lehrer auch. Im neuen Schuljahr bleibt erst einmal alles so, wie es war – inklusive Maskenpflicht. Lüftungsanlagen wurden – noch – nicht eingebaut. Aber sie kommen. So viel steht fest.

In der vergangenen Woche kamen Experten der Firma Kogmann und Schüssler aus Recklinghausen in die Gemeinde, die sowohl an den Grundschulstandorten Nachrodt und Wiblingwerde als auch in der Sekundarschule nach Möglichkeiten für eine entsprechende Lüftungstechnik forschten.

Zentrale Lüftungsanlagen für die Schulen

„Sie schlagen uns vor, zentrale Lüftungsgeräte einzubauen, die dann die einzelnen Klassenräume versorgen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. In der Sekundarschule fehlt der Platz. Dort müsste die zentrale Einrichtung draußen gebaut werden, was augenscheinlich erst einmal kein Problem darstellt. In den Grundschulen könnten die Keller für die Lüftungsanlagen genutzt werden.

„Zentrale Geräte bieten den Vorteil der Wärmerückgewinnung“, so Dirk Röding. Die abgesaugte Luft würde über einen Wärmetauscher laufen. Die Fachleute werden jetzt für jeden Nachrodt-Wiblingwerder Schulstandort ein Konzept entwickeln, das der Politik sodann vorgestellt wird.

Zustimmung von Politikern

Eine Ablehnung ist nicht zu erwarten. „Es geht um die Gesundheit der Schüler, das hat auf jeden Fall Priorität“, sagt Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, und zeigt sich zuversichtlich, dass die richtigen Wege eingeschlagen werden können. So sieht es auch Gerd Schröder: „Wir werden die Geräte anschaffen, sobald es sich als tragbares Konzept erweist“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD. Er möchte den Schülern und Eltern Mut machen, jetzt ohne Angst auf das neue Schuljahr zu schauen: „Es kann gut gelüftet werden, wir haben milde Temperaturen.“

Dass in der Sekundarschule zum Schuljahresbeginn noch keine Lüftungsanlagen eingebaut sind, nimmt Schulleiterin Anne Rohde gelassen. „Wir freuen uns, alle Schüler wieder zu sehen und gehen davon aus, dass sich nicht mehr viel ändert, dass alle Masken tragen müssen, dass wir weiterhin routiniert testen. Alles andere bleibt abzuwarten“, erklärt die Schulleiterin. Es gebe die komfortable Situation, überall gut lüften zu können. Ärgerlich sei nur, dass dies in den Umkleideräumen der Sporthalle und Schwimmhalle nicht so gut möglich sei.

SPD-Fraktionschef: Stiko sollte entscheiden und Politik reagieren

Schwierig findet SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Schröder die Frage nach Impfungen für Kinder. Die Politik setzt die Ständige Impfkommission unter Druck, die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu empfehlen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende würde es besser finden, wenn die Experten entscheiden und die Politik dann darauf reagiert und nicht andersherum.

Am Montag hatten die Gesundheitsminister der Länder beschlossen, das Impfangebot für 12- bis 17-Jährige auszuweiten. Die Kinderimpfung trage jedoch kaum zur Herdenimmunität bei, so die Ständige Impfkommission. Stiko-Chef Mertens geht davon aus, dass die Impfempfehlung für Kinder über zwölf Jahren überarbeitet wird. Bei allen Empfehlungen „von oben“ ist allerdings der Nachrodt-Wiblingwerder CDU-Politiker Jens-Philipp Olschewski der Meinung, dass es eine individuelle Entscheidung sein muss, „die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam treffen müssen“.

Schulleiterin „froh um jeden Geimpften“

„Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss“, sagt Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. Die vierte Welle komme mit Ansage. Aber man könne dann nicht „wieder alles zumachen und ein Jahr wieder alle einsperren. Der soziale Schaden ist dann vorprogrammiert“.

Gedanken macht sich natürlich auch Anne Rohde, Leiterin der Sekundarschule. „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Impfen uns helfen wird, zu einer Normalität zu gelangen. Und ich bin froh um jeden, der geimpft ist.“ Bei Kindern müsse aber dringend der Kinderarzt mit ins Boot geholt werden. „Auch wir an der Schule haben Kinder, die vorerkrankt sind. Da wird eine Impfung von der Stiko bereits empfohlen. Und wenn ich Eltern wäre, würde ich sie auf jeden Fall impfen lassen“, sagt Anne Rohde.

Schulfamilie hofft auf besseres Schuljahr

Lehrer, Eltern und wohl auch die meisten Schüler hoffen, dass das neue Schuljahr ohne Distanz- und Wechselunterricht laufen kann. „Natürlich sehen wir alle mit Sorge dem kommenden Schuljahr entgegen“, sagt Carsta Coenen, Leiterin der Grundschule. „Wir sind zwar auf vieles vorbereitet und haben vieles erprobt und sind von daher teilentspannt, aber die Belastung der Kollegen, Kinder und Familien möchten wir natürlich alle nicht in diesem Ausmaß ein weiteres Schuljahr erleben.“

Schäden durch Hochwasser in Sekundarschule

Bei dem Unwetter ist die Sekundarschule glimpflich davongekommen. Allerdings nur in Nachrodt. Am Standort Altena ist die nagelneue Küche weggeschwommen und auch die Heizungsanlagen standen unter Wasser. „Wir haben mit Eltern, Schülern und Lehrern die Küche ausgeräumt und auf drei Lastwagen geladen. Jetzt muss alles neu errichtet werden, was wirklich bitter ist“, sagt Anne Rohde, die ihre Schüler, die Hauswirtschaft gewählt haben, vielleicht nach Nachrodt zum Unterricht schicken wird. Apropos Nachrodt: Dort gibt es einen nagelneuen naturwissenschaftlichen Raum, für den zum Finale der Sanierung in der vergangenen Woche die Möbel geliefert wurden.

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