Fließende Musik lädt zur Entspannungsreise ein

Tobias Bülow und Jens Rehbock musizierten in der Wiblingwerder Dorfkirche auf vertrauten, vor allem aber auf exotischen Instrumenten. Foto: Krumm

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Eine musikalische Reise durch den Fernen Osten erwartete die Besucher des Konzertes der Veranstaltungsreihe ,,Junger Musiksommer” am Sonntag in der Wiblingwerder Kirche. Es war das vorerst letzte Konzert – eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen.

„Erkundungen im Inneren des Klangs“ hatten Tobias Bülow und Jens Rehbock angekündigt und zu diesem Zweck ein umfangreiches Repertoire an eher ungewohnten Musikinstrumenten mitgebracht. Europäischen Ohren und Augen vertraut war das Cello, mit dem Tobias Bülow zu Beginn die mächtigen Gongschläge von Jens Rehbock ergänzte. Nach und nach erklangen dann ostasiatische Musikinstrumente, die viele Besucher nach dem Konzert noch im Altarraum der Kirche vorsichtig inspizierten, während die Musiker sie erklärten: Neben dem Cello, das nur kurz zum Einsatz kam, spielte Tobias Bülow vor allem die indische Bambusflöte Bansuri – ein Exemplar „von einem Meister aus Mumbai“, wie er dem Publikum erklärte. Im Wechsel spielten beide Musiker die Sphaira, einen diskusförmigen Metallkörper, der mit den Händen bearbeitet wurde – „eine Art umgekehrter Steeldrum“, erklärte Tobias Bülow das in der Schweiz neu entwickelte Percussioninstrument. Wie auf dem karibischen Vorbild kann der Musiker auch auf der Sphaira unterschiedliche Tonhöhen hervorbringen. Jens Rehbock spielte darüber hinaus auf der Guzheng, einer chinesischen „Wölbbrettzither“ und auf einem Monochord.

Als dritter Mitspieler war ein elektronischer „Loop“ mit in der Kirche, mit dessen Hilfe Klänge endlos wiederholt werden können. Es passte zu einer endlos fortsetzbaren Musik aus Klangflächen und sich darauf erhebenden Rhythmen, dass die Musiker ein einziges Stück mit sanften Variationen und Instrumentenwechseln vortrugen. Und es war kein Zufall, dass viele Besucher die Augen schlossen und so die fundamentale Entspannung genossen, zu der diese auf ungewohnte Weise fließende Musik auf sehr schöne Weise einlud. Die geschlossenen Augen waren eine gute Voraussetzung, um die Klangreise innerlich mit passenden Bildern zu füllen – ein Erlebnis, für das das Wort „Meditation“ sehr angemessen war. Es war keine Überraschung, dass das Publikum mit langem Beifall und entsprechenden Hinweisen um eine Zugabe bat, die Jens Rehbock und Tobias Bülow gerne gewährten.

Nach dem endgültigen Aufbruch von Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi zu einer neuen Aufgabe in Antwerpen begrüßte Presbyterin Barbara Kreft die Besucher am Sonntag. Sie sah gute Chancen, dass die Evangelische Stadtkirchenarbeit Hohenlimburg auch im Sommer 2014 wieder zu einer Konzertreihe in die Kirche Wiblingwerde einladen wird. Die Besucher werden es gerne gehört haben. - Thomas Krumm

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