21-Jähriger vor der Drogensackgasse

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Wenig gesprächig gab sich ein 21-jähriger Angeklagter aus Nachrodt-Wiblingwerde am Dienstag im Amtsgericht Altena. Das Vergehen bewegte sich dabei in einer Größenordnung, die Fragen nach dem Sinn einer solchen Strafverfolgung aufkommen ließ.

0,6 Gramm Marihuana hatte der junge Mann am 6. September 2012 in der Tasche, als er von der Polizei kontrolliert wurde. Dafür gab es schließlich 50 Sozialstunden.

Richter Dirk Reckschmidt brachte jedoch das eigentliche Problem des jungen Mannes auf den Punkt: „Du hast überhaupt keinen Bock, irgendetwas anzustellen, was dich aus der Hartz-IV-Situation rausbringt“, sagte er dem jungen Mann vor den Kopf.

Die Ausbildungslaufbahn des Angeklagten hatte die Stationen Hauptschule, Förderschule und die berühmten „Maßnahmen“ des Arbeitsamtes passiert – bis auf eine vorübergehende Beschäftigung als Schlosser war dabei jedoch wenig herausgekommen.

Vorstrafen hatte der 21-Jährige allerdings auch nicht. Um ihn vom Weg in die Drogen abzubringen, verordnete ihm das Gericht neben den Sozialstunden einen Drogenpräventionskurs. Bedarf über sich selber und sein Leben einmal intensiv nachzudenken, offenbarte der wortkarge junge Mann mehr als genug. - Thomas Krumm

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