Streit um Taxi führt zu Nasenbeinbruch

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein Nasenbeinbruch, Schürfwunden, ein blaues Auge – ein 22-Jähriger aus Nachrodt sah nicht gut aus nach einer Keilerei mit einem 23-Jährigen aus der Gemeinde. Da war es schon überraschend, dass der mutmaßliche Täter trotz eines vorhandenen ärztlichen Attestes versicherte: „Ich habe damit nichts zu tun.“

Das Ganze sei eine Racheaktion seines Kontrahenten und der weiteren fünf Zeugen, die mit ihm ins Amtsgericht Altena gekommen waren. „Es ist Quatsch, dass wir hier sitzen müssen.“

Dennoch schilderte der Angeklagte die Ereignisse der Nacht zum 24. August 2013: Zu dritt hatten die einstigen Freunde einen Ausflug zur Diskothek „Ballermann“ in Lüdenscheid gemacht. Dort habe die Gruppe in erheblichem Maße dem Alkohol zugesprochen, bis der Angeklagte nach Hause wollte. Er bestellte ein Taxi, das der Geschädigte aber nicht nutzen wollte. Er wollte noch bleiben. Darüber gerieten die beiden derart in Zwist, dass sie sich noch für eine „Klärung der Angelegenheit“ in Nachrodt verabredeten: „Wenn du Probleme hast, dann komm doch!“

So kam es in jener Nacht zu einer weiteren Begegnung, von der der Angeklagte aber nichts mehr wusste oder wissen wollte. Der 22-Jährige erinnerte sich umso besser: „Ich habe ihn weggeschubst, bekam mehrere Treffer ins Gesicht, ging zu Boden und bekam noch einen Tritt ins Gesicht.“ Allerdings musste auch er einräumen, dass alle Beteiligen „alkoholmäßig gut dabei“ waren und dass auch ihm vor der Schlägerei klar gewesen war, dass eine offene Frage auf diese merkwürdige Art und Weise geklärt werden sollte. Richter Dirk Reckschmidt sah keinen Anlass für ein förmliches Urteil, und der Angeklagte trat den Vorwürfen nach einem intensiven Gespräch mit Richter und Staatsanwalt nicht mehr entgegen, was die Vernehmung von fünf Zeugen ersparte. Sobald der Angeklagte eine Geldbuße von 500 Euro gezahlt hat, wird das Verfahren endgültig eingestellt. J Thomas Krumm

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