Jeder fünfte stimmt per Brief ab

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die geringe Beteiligung am ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag hat bei allen Kandidaten und den Parteien in der Doppelgemeinde Reaktionen ausgelöst, die von Verwunderung bis zu Erschütterung reichten.

Ob sich die Beteiligung an der entscheidenden Stichwahl an diesem Sonntag bessern wird, lässt sich schwer abschätzen. Möglich ist, dass sich wegen der gleichzeitig stattfinden Wahl des neuen Düsseldorfer Landtages mehr Wähler aufraffen und ihr Kreuzchen machen. Auch die Tatsache, dass bei der Bürgermeisterwahl jetzt definitiv eine Entscheidung fällt, könnte mehr Wahlberechtigte animieren, ihre Stimme abzugeben.

Im Wahlamt der Gemeinde war am Donnerstag jedenfalls ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Wahlsachbearbeiterin Eva-Maria Messerer lagen bis Donnerstag für die Bürgermeister-Stichwahl 1016 Briefwahlanträge vor. Das waren schon 37 mehr als für die Wahl am vergangenen Sonntag. Wählen dürfen das neue Gemeindeoberhaupt übrigens 5223 Nachrodt-Wiblingwerder ab 16 Jahren.

Nicht ganz so hoch ist die Zahl der Wahlberechtigten bei der Landtagswahl, was daran liegt, dass man dafür erst ab 18 Jahren wahlberechtigt ist. Deshalb dürfen am Sonntag 4957 Wahlberechtigte über die Zusammensetzung des neuen Landtags mitentscheiden. Darunter sind übrigens 132 Erstwähler. Einen Antrag auf Briefwahl haben 990 Wahlberechtigte gestellt. Der prozentuale Anteil der Briefwähler an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten ist damit bei Bürgermeister- und Landtagswahl fast identisch: Knapp 20 Prozent der Wahlberechtigten wollen ihre Stimme auf diese Weise abgeben.

Der hohe Anteil der Briefwähler wird die Stimmenauszählung der Bürgermeisterwahl übrigens diesmal wohl nicht verzögern. „Wir haben zwei unterschiedliche Briefwahlvorstände für die Bürgermeister- und für die Landtagswahl gebildet“, erklärte Eva-Maria Messerer. Das bedeutet, dass die Briefwahlstimmen der Bürgermeisterwahl parallel zur Auszählung der Landtagswahl erfolgen kann. „Damit haben wir das Briefwahlergebnis der Bürgermeisterwahl diesmal wohl schon vor den Ergebnissen aus den Wahllokalen“, erwartet Messerer. Die Auszählung der Briefwahlstimmen hatte bei der Wahl am vergangenen Sonntag relativ viel Zeit in Anspruch genommen und die Bekanntgabe des Endergebnisses um etwa eine halbe Stunde verzögert. ▪ vg

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