Bürgerbusverein denkt schon zwei Jahre voraus

Vorsitzender Herbert Ferreau, sein Stellvertreter Johannes Illerhaus und Schriftführer Reinhard Ittershagen (v.l.) blickten in der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins zurück und voraus. - Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Bis 2016 vergehen zwar noch einige Monate, doch Herbert Ferreau macht sich als Vorsitzender des Bürgerbusvereins bereits jetzt Gedanken um das Jahr. Auch das steigende Alter der ehrenamtlichen Fahrer beschäftigt den Verein.

Im Jahr 2016wird der Bürgerbusverein 20 Jahre alt und der mittlerweile dritte Bus ist dann sieben Jahre im Dienst. Nach dieser Frist können Fördergelder beim Land für die Anschaffung eines neuen Gefährts beantragt werden. „Wir sollten uns also jetzt schon Gedanken machen“, erklärte Ferreau der Jahreshauptversammlung am Donnerstag in der Gaststätte Zur Rastatt.

Ein Zuwachs um 294 erwachsene und schwerbehinderte Fahrgäste war 2013 für den Bürgerbusverein zu verzeichnen. Allerdings sind 1357 Kinder weniger zugestiegen. Seit Ostern nutzen die Kinder des TV Wiblingwerde den Bus nicht mehr für ihre Fahrten zum Gartenhallenbad und seit Sommer nehmen die Kinder der Offenen Ganztagsgrundschule ihn nicht mehr in Anspruch. Auch die Morgenfahrten zu Grund-, Haupt- und Sekundarschule werden nicht mehr so gut nachgefragt, wie einst, berichtete Geschäftsführer Reinhard Ittershagen.

Kassiererin Gaby Pischke sieht darin keinen Grund zum Jubeln, aber auch keinen für Pessimismus: Minder- und Mehrausgaben konnten sich gegenseitig kompensieren. Für 2014 sieht der Haushaltsplan aktuell keine Verluste vor. Der Verein ist immer noch in der Lage, selbst etwas zurückzugeben, indem er Einnahmen von Veranstaltungen an Altenkreise, Kinderferienaktionen oder die Nachrodter Mahlzeit weitergibt.

249 Tage waren die Fahrerinnen und Fahrer im vergangenen Jahr unterwegs und absolvierten dabei 31790 Kilometer. Der Bus blieb von technischen Defekten verschont und ein Ersatzbus musste nicht in Anspruch genommen werden. Für den Fall der Fälle hat sich der Nachrodter Verein aber finanziell an der Anschaffung eines dritten Reservefahrzeugs für den Pool der Bürgerbusvereine in der MVG beteiligt.

Die Märkische Verkehrsgesellschaft als Mutter der örtlichen Initiativen diskutiert in Kürze über die Altershöchstgrenze für Bürgerbusfahrer, das aktuell bei 73 Jahren liegt. Für die Balver Fahrer wurde letztens eine Erhöhung auf 75 Jahre genehmigt. MVG-Verkehrsplaner Jürgen vom Brocke teilte am Donnerstag mit, dass die bestehende Altergrenze allein aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes keinen Bestand haben werde. Für den Bürgerbusverein Nachrodt könnte eine Aufhebung dieser Grenze eine Erleichterung darstellen: „In den nächsten Jahren müssten immer mehr Fahrer nur aus Altersgründen ausscheiden, obwohl sie noch könnten und möchten“, berichtete Herbert Ferreau. Es sollte weiterhin erklärtes Ziel sein, neue Fahrer zu gewinnen. Aktuell fahren sieben Frauen und 15 Männer den Bus. Im Jahresdurchschnitt standen 2013 aber nur 18 davon zur Verfügung.

Sie und alle Förderer des Projekts Bürgerbus veranstalteten im vergangenen Jahr einen Wanderausflug, eine Busreinigungsparty und einen gemütlichen Jahresabschluss. Diese Termine stehen auch 2014 wieder auf dem Plan. Das Buswaschen findet am Pfingstsamstag, 7. Juni, ab 10 Uhr wieder auf dem Grundstück von Familie Illerhaus statt. - Ina Hornemann

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