Jahresbilanz beim Hegering / 90 Prozent sind Hege und Pflege

Strecke geht deutlich zurück

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Für langjährige Mitgliedschaft wurden diese Waidmänner am Freitagabend geehrt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Viele Plätze blieben am Freitagabend leer. Die Jahreshauptversammlung des Hegerings war vergleichsweise schlecht besucht. Doch es gab noch mehr schlechtere Zahlen als im Vorjahr. Für rund 100 Gäste war der Saal im Schloss Hotel Holzrichter vorbereitet worden – so viele Mitglieder kamen schon oft zu den Versammlungen. Am Freitag waren es knapp 60. Auch die Trophäenwände waren leerer.

Seit dem die Ausstellung freiwillig ist, nehmen nicht mehr alle daran teil. Die Zahlen sind somit seit zwei Jahren rückläufig. Nur 24 von 30 Revieren nahmen daran teil.

Klaus Kermes, der die Trophäen in diesem Jahr wieder bewertete, zeigte sich ein wenig enttäuscht: „Ich bedaure, dass wir an dieser Wand nichts anderes als Rehwild sehen. Kein Muffel, kein Keiler.“ Insgesamt bewertete er 58 Trophäen. Am besten gefiel ihm die Trophäe von Karl-Heinz Tacke. Für seinen Bock am Hallenscheid bekam er die Goldmedaille. Thomas Kocher bekam Silber und Günter Herbel Bronze. Die Hegemedaille ging an Peter Beck. „Auffällig ist Ihre extreme Zahl an Fallwild. 40 Prozent, das ist wirklich krass. 25 Prozent davon im Straßenverkehr. Ich denke es wäre es wert, nach Strategien zu suchen um diese Zahl zu minimieren“, appellierte Kermes. Grundsätzlich fiel die Jagdstrecke 2018 deutlich geringer aus als noch 2017 – insbesondere beim Schwarzwild. 605 Schweine wurden auf der Sitzung im vergangenen Jahr vermeldet. Aktuell waren es 150.

Davon sind 10 Fallwild, wovon wiederum acht im Straßenverkehr starben. Deutlich rückläufig auch die Zahl der Füchse. 110 waren es 2017, 55 im vergangenen Jahr. Das Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) wird die Jäger auch in diesem Jahr begleiten. „Finden Sie totes Wild und haben einen Verdacht auf ASP, melden Sie es umgehend und nutzen Sie die Wildkataster-App“, appellierte der Hegeringsvorsitzende Harald Laus an die Anwesenden. Ein Dauerrenner bleibt der Waldlehrpfad. In diesem Jahr feiert er sein zehnjähriges Bestehen. Daher soll er einmal generalüberholt werden. Schilder sind verblichen, Dachpappen auf den Schildern müssen erneuert werden. Daher wird es vor dem Jubiläum einen Termin zum Arbeitseinsatz geben. Im Rahmen der Vorstandswahlen gab es keine Veränderungen. Torsten Pühl (2. Vorsitzender) und Linda Gessler (Schriftführerin) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Johannes Pühl besetzt neu einen Posten als Beisitzer. Thomas Holzrichter gab seinen Posten als Obmann der Jungjäger aus persönlichen Gründen ab.

Die Jungjägerarbeit im Hegering läuft erfolgreich. Elf neue Jäger erhielten am Freitag ihren Brief: Julia Segrefe, Julian Bischoff, Andreas Freiherr von Heder, Thomas Gries, Felix Karich, Prof. Dr. Thorsten Müller, Dominik Nierhoff, Christian Pühl, Gernot Rescher, Mike Utermann und Hendrik Voß. Für langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Peter Hohage (25 Jahre), Stephan Jundt, Ernst-Ulrich Pühl, Walter Strüning (alle 40 Jahre), Dr. Wilhelm Bolte (60 Jahre) und Peter-Wilhelm Borbet (65 Jahre). Torsten Pühl erhielt zudem die Ehrennadel des Hegerings für seine Arbeit im Vorstand.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick berichtete aus dem Landtag – konnte jedoch wenig Neues berichten, auch wenn er betonte, wie viele Gespräche er geführt und Informationen gesammelt hat. „Jagd wird immer wieder auf das Thema Abschuss reduziert. Dabei sind weit mehr als 90 Prozent Hege- und Pflegearbeiten, dafür bin ich Ihnen dankbar“, so Schick. Das Thema Wolf sollte seiner Meinung nach auf Bundesebene reguliert werden, schließlich kennen die Tiere keine Ländergrenzen.

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