„Die Menschen erwarten einen klaren Standpunkt“

Ronny Sachse

Nachrodt-Wiblingwerde -  100 Jahre alt ist die SPD Nachrodt-Wiblingwerde vor zwei Tagen geworden. Der Ortsvereinsvorsitzende Ronny Sachse freut sich darauf, auf dieses besondere Datum mit seinen Mitstreitern und Freunden der Partei anzustoßen – und zwar am 11. Mai 2019 beim offiziellen Festakt im katholischen Vereinsheim.

„56 Interessenten fanden sich am 27. Dezember 1918 zusammen und gründeten in Nachrodt einen sozialdemokratischen Parteiverein unter dem ersten Vorsitzenden Karl Böcker. Es erfüllt mich mit Stolz, in Anbetracht der Vergangenheit, aber auch mit Demut, dass ich 100 Jahre später, im Jahr dieses ganz besonderen Jubiläums, Vorsitzender unseres Ortsvereins Nachrodt-Wiblingwerde sein darf“, so Sachse und ergänzt:

 „Aber was heißt es heute, 100 Jahre später, politisch engagiert zu sein? Es ist die Überzeugung, damals wie heute, etwas zu bewegen, sich einzusetzen und einzubringen, Ideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Es gehört Mut dazu, zu seiner Meinung und Überzeugung zu stehen und sich auch gegen Kritik und leider auch gegen Anfeindungen zu behaupten. Die Menschen erwarten einen klaren Standpunkt, klare und verlässliche Aussagen, die länger als nur ein paar Tage oder Wochen bestand haben. Unser Ehrenvorsitzender Willy Brandt sagte schon, ‘Erst das Land, dann die Partei’. Die Menschen, ob auf kommunaler Ebene, im Land oder im Bund, müssen für jeden Politiker immer an erster Stelle stehen, dann erst folgt die Partei und zum Schluss die Person.

 Die SPD befindet sich im Moment in einer schwierigen Situation. Ich denke, auch, weil dieser Satz von Willy Brandt nicht mehr das Gewicht hat, das er eigentlich haben sollte. Die SPD muss sich wieder auf ihre Grundwerte und Überzeugungen besinnen, Glaubwürdigkeit schaffen und Vertrauen zurückgewinnen, dann wird auch eine Erneuerung gelingen. Es beginnt an der Basis, im kleinen Ortsverein Nachrodt-Wiblingwerde genauso wie im politischen Düsseldorf oder Berlin. Die SPD wird nach wie vor gebraucht, davon bin ich fest überzeugt. In Zeiten, in denen Europa immer weiter nach rechts rückt und Ressentiments gegenüber unterschiedlichsten Gruppen von Menschen geschürt werden, müssen die Mitglieder der SPD auf allen Ebenen dagegenhalten.

Die SPD war immer erfolgreich, wenn sie Politik für die Arbeiterschaft, sozial Schwache, Rentnerinnen und Rentner gemacht hat. Das Thema soziale Gerechtigkeit ist nach wie vor aktuell. Wir müssen uns wieder mehr in dringende Themen, auch weltpolitische Themen einmischen und mehr Kompetenz beweisen. Die Themen Bildung, Klima und Digitalisierung sind nur drei Beispiele dafür. Ich bin sehr optimistisch, dass es gelingt, die klassischen Themen unserer Partei mit den Themen der Zukunft in einer modernen SPD zusammen zu führen, zu einem Erfolg zu machen und somit dem Anspruch einer Volkspartei wieder gerecht zu werden. Wenn alle Sozialdemokraten anpacken, schaffen wir das.“

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