Durch Umzug ein Plus an Lebensqualität

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Demenztraining in der Wohngruppe „Sonnenwinkel“: Mit speziellen, spielerischen Übungen schult Betreuungsassistentin Heike Nadler das Gedächtnis der Senioren.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Vor fast genau einem Jahr ist das neue Perthes-Haus an der Geschwister-Scholl-Straße eingeweiht worden. Für Bewohner und Personal hat sich dadurch vieles verändert – fast ausnahmslos zum Positiven.

„Am Anfang hatten wir doch viele technische Probleme, und es sind auch noch nicht alle abgestellt“, sagt Soziadienstleiterin Silke Mangels. Doch unterm Strich habe sich durch den Umzug von der Bach- an die Geschwister-Scholl-Straße gelohnt – für die Bewohner ebenso wie für die Mitarbeiter. Friedhelm Löttgert aus dem Beirat des Perthes-Hauses kann diese Einschätzung nur bestätigen. „Hinsichtlich der Wohnqualität ist das hier mit dem alten Haus nicht zu vergleichen“, sagt er und beschreibt mit der Hand einen Halbkreis. Eine Geste, die wohl symbolisieren soll, dass er rundherum zufrieden ist.

Natürlich seien alle Beteiligten mit gewissen Erwartungen in die neuen Räume gegangen, gibt Silke Mangels zu. Doch diese Erwartungen seien auch nicht enttäuscht worden. „Die Bewohner sind hier viel mobiler, können zum Beispiel mit dem Rollstuhl aus den Wohnbereichen direkt auf die Terrasse fahren“, nennt sie ein Beispiel für gestiegene Lebensqualität. Im Vergleich zu den beengte Verhältnissen an der Bachstraße biete das neue Haus wesentlich mehr Entfaltungsmöglichkeiten. So kann das Perthes-Werk den Bewohnern attraktive Angebote machen, die von der Gymnastik über Biografierunden, Ratespiele und Kreativnachmittagen bis zu Backtagen, einer Wohlfühloase und Sinnesübungen reichen. Auch biete das großzügigere Raumangebot an der Geschwister-Scholl-Straße den Bewohnern mehr Rückzugsmöglichkeiten. „Das wird auch sehr gut angenommen“, versichert Silke Mangels.

Als besonders wohltuend für alle Beteiligten empfindet Silke Mangels die Tatsache, dass das neue Perthes-Haus nun in zwei Wohnbereiche unterteilt ist. Im Bereich „Unter den Linden“ sind die Bewohner untergebracht, die zwar gesundheitlich und körperlich einschränkt, aber geistig noch fit sind. Im „Sonnenwinkel“ wohnen dagegen diejenigen, die wegen ihrer körperlichen und geistigen Einschränklungen einer besonderen Betreuung bedürfen. „Im alten Haus, wo beide Bewohnergruppen zusammen lebten, kam es manchmal zu Zerreißproben, weil das gegenseitige Verständnis nicht da war“, erinnert sich die Sozialdienstleiterin. Solche Situationen gehören inzwischen der Vergangenheit an.

Viele positive Veränderungen also, die sich durch den Umzug ergeben haben. Doch nicht alles ist bis jetzt nach Wunsch verlaufen. Während die Altenhilfeeinrichtung insgesamt gut ausgelastet ist, sind von den 20 zur Verfügung stehenden Wohnungen, in denen Senioren ein weitgehend selbstbestimmtes Leben mit Anbindung an das Haus führen können, nur sechs vermietet. Gründe dafür kann Silke Mangels nicht erkennen. Mittlerweile hat das Perthes-Werk einen Immobilienmakler mit der Vermarktung der leerstehenden Wohnungen beauftragt.

Und was wird aus dem alten Perthes-Haus an der Bachstraße? Schon seit gut einem Jahr bemüht sich das Perthes-Werk darum, die Altimmobilie los zu werden – bisher ohne Erfolg. Aktuell macht das Gerücht die Runde, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Davon hat auch Silke Mangels schon gehört. Offiziell bestätigen kann sie es indes nicht. ▪ Volker Griese

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