Jäger des Hegerings Altena ziehen Bilanz

Dachse graben ihre Feinde ein

Dachse richten ähnlich große Schäden in Maisfeldern und auf Grünland an wie Wildschweine
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Dachse richten ähnlich große Schäden in Maisfeldern und auf Grünland an wie Wildschweine

„Der Dachs ist nicht das kleine, süße Tier, nach dem es aussieht“, sagt Torsten Pühl, Vorsitzender des Hegerings Altena. Es sei wichtig, den Dachs zu bejagen.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Die Jäger des Hegerings Altena, zu dem Nachrodt-Wiblingwerde gehört, waren fleißig: Das zeigen die Jagdstrecken 2019/2020 und 2020/2021, die im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Veserde präsentiert wurden. Neben Rehen und Wildschweinen wurden auch Muffel, Dachse, Füchse und Hasen geschossen.

Dachse gehören zum Raubwild

Auffällig hoch ist die Zahl an Dachsen. 2019/2020 waren es 25, 2020/2021 sogar 30 – und das obwohl von den 30 Revieren lediglich 18 ihre Strecke überhaupt gemeldet haben. „Der Dachs ist nicht das kleine, süße Tier, nach dem es aussieht“, sagte Torsten Pühl, Vorsitzender des Hegerings Altena. Den Dachs zu bejagen sei wichtig. Denn, was viele nicht wissen: Dachse richten ähnlich große Schäden in Maisfeldern und auf Grünland an wie ein Wildschwein. Außerdem zählen Dachse – wie Füchse auch – zum Raubwild.

„Richtig gefährlich sind Dachse für Hunde“, ergänzte Schriftführerin Linda Gessler. Eine Begegnung zwischen Dachs und Hund ende meist tödlich für den Hund.

Der Hund hat keine Chance

„Besonders gefährlich ist es für den Hund, wenn er in einen Bau klettert. Wenn er Glück hat, greift der Dachs ihn nicht an. Seine Lebenschance erhöht das jedoch nicht. Denn Dachse graben ihre Feinde ein. Der Hund hat keine Chance“, erklärte Linda Gessler. Rund um den Drescheid wurden auch wieder Muffel geschossen. 34 Tiere in den vergangenen zwei Jahren. „Es ist wichtig, den Bestand in einem für die Umwelt vertretbaren Rahmen zu halten. Daher sind auch sie Bestandteil im Abschussplan. Die Schäden im Wald würden ansonsten zu groß. Derzeit umfasst der Bestand etwa 50 Tiere.

Auffällig sei zudem die extrem hohe Anzahl an Füchsen. 77 wurden von 2019 bis jetzt geschossen. „Das zeigt, dass es sehr viele Füchse gibt und die Tiere aktuell eine sehr gute Deckung und viel Futter haben“, erklärte Torsten Pühl.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Das Hauptaugenmerk liege aber nach wie vor auf der Bejagung von Rehen und Schwarzwild. Insbesondere die Wildschwein-Population müsse im Rahmen gehalten werden. „Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch, auch in Deutschland. Je mehr Schweine es gibt, desto größer ist die Gefahr einer rasanten Ausbreitung – und dann sind auch die Hausschweine nicht mehr sicher“, betont der Vorsitzende.

Zwölf Reviere haben nicht gemeldet

323 tote Wildschweine wurden im Hegering Altena seit 2019 gemeldet. 258 davon 2019/2020. Lediglich 65 im vergangenen Jagdjahr. Elf Wildschweine starben bei Unfällen auf der Straße, die meisten auf der L692. „Warum im vergangenen Jahr so wenig Wildschweine geschossen wurden, kann man so nicht sagen. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass zwölf Reviere ihre Jagdstrecke nicht gemeldet haben und somit das Bild verfälschen. Zudem gab es immer wieder jährliche Schwankungen in den Abschusszahlen“, sagte Torsten Pühl.

475 tote Rehe

475 tote Rehe wurden zudem gezählt. Auffällig hoch sind die Fallwildzahlen. 2019/2020 wurden insgesamt 233 tote Rehe gemeldet. 91 waren sogenanntes Fallwild, also Tiere, die entweder eines natürlichen Todes sind oder im Straßenverkehr starben (57). 2020/2021 waren es 76, wovon 38 Tiere im Straßenverkehr verendeten.

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