Jacobsen will „Kümmerer" in schlechten Zeiten sein

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Ullrich Gülicher (l.), Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, gratuliert Klaus-Dieter Jacobsen zur Wahl. Jacobsen ist nun Bürgermeisterkandidat der Union. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes hatte ihn schon am 12. Januar auserkoren, am Dienstagabend wurde er auch von der Mitgliederversammlung nominiert: Klaus-Dieter Jacobsen ist nun offizieller Bürgermeisterkandidat der CDU.

Alle 22 der 23 anwesenden Mitglieder stimmten für den 51-jährigen Familienvater aus Nachrodt. Eine Enthaltung – vermutlich war es Jacobsen selbst – komplettierte das Wahlergebnis. Andere Bewerber stellten sich nicht zur Wahl.

Vor der Abstimmung hatte sich Klaus-Dieter Jacobsen, der bei der Kommunalwahl 2004 durch ein Direktmandat erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde und seitdem der CDU-Fraktion angehört, sich selbst vorgestellt. Der gebürtige Letmather, der in Hohenlimburg aufgewachsen ist, wohnt seit Anfang 1993 in Nachrodt. Nach einer Berufsausbildung zum Energieanlagenelektroniker und mehreren Jahren Berufserfahrung als Mess- und Regeltechniker machte er 1986 den Industriemeisterabschluss und wurde anschließend bei der SIHK zu Hagen Ausbilder für Elektroberufe. Nach einer Fortbildung zum Technischen Betriebswirt (2002) wurde er schließlich 2006 Ausbildungsleiter der Technischen Bildungsstätte der SIHK in Lüdenscheid.

Zum Eintritt in die CDU habe ihn 2003 der damalige Nachrodt-Wiblingwerder Bürgermeister Friedhelm Schröder motiviert, erzählte Jacobsen. Er machte dann schnell „Parteikarriere“, wurde schon ein Jahr später Ratsmitglied und 2006 Schrift- und Geschäftsführer des CDU-Gemeindeverbandes. Und jetzt folgte die Nominierung für die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister. Als solcher verstehe er sich als Ansprechpartner für die Bürger, „die mit ihren Sorgen und Nöten ins Amtshaus kommen“, so Jacobsen. Er wolle „ein Kümmerer“ sein, formulierte er. Natürlich habe er sich gefragt, ob der Zeitpunkt, dieses Amt anzustreben, gerade günstig sei. Schließlich tendiere der Handlungsspielraum angesichts der mehr als angespannten finanziellen Lage gegen Null. „Ich will aber zeigen, dass ich auch in vermeintlich schlechten Zeiten für die Gemeinde da bin“, sagte Jacobsen. Dass er nicht aus einem Verwaltungsberuf komme, betrachtet er dabei nicht als Nachteil: „Als Technischer Betriebswirt verstehe ich ja auch ein bisschen von Zahlen und Verwaltung. Und ich weiß, was in der Gemeinde los ist.“

Zuvor war auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Herbel auf den beruflichen Hintergrund des Kandidaten eingegangen. „Wir brauchen neue Ideen, um unsere Gemeinde nach vorne zu bringen. Deshalb muss jemand aus der freien Wirtschaft kommen, denn da wird ganz anders gearbeitet als in einer Verwaltung. Da wird jeden Tag nach neuen Lösungen gesucht“, so Herbel. Ein Verwaltungsfachmann sei deshalb für das Amt des Ersten Bürgers der Doppelgemeinde vielleicht gar nicht die beste Wahl.

Nach der Wahl Jacobsens zum Bürgermeisterkandidaten zeigte sich der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Ullrich Gülicher, zufrieden und zuversichtlich: „Klaus-Dieter Jacobsen bringt alle Voraussetzungen mit, zu führen und zu gestalten – und nicht nur zu verwalten.“ ▪ vg

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