Jacobsen scheitert im ersten Durchgang

Klaus-Dieter Jacobsen (CDU) ist bei der Bürgermeisterwahl im ersten Wahlgang durchgefallen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Eine erste, aber noch nicht die endgültige Entscheidung darüber, wer in Nachrodt-Wiblingwerde die Nachfolge der ausgeschiedenen Bürgermeisterin Beatrix Naujoks antritt, ist am Sonntag gefallen: Klaus-Dieter Jacobsen wird es jedenfalls nicht. Der CDU-Kandidat fiel bei der Wahl durch, erhielt nur 19,9 Prozent der Stimmen.

Gerd Schröder (SPD) kam auf 37 Prozent der Stimmen. Das beste Ergebnis erzielte aber die parteilose Kandidatin Birgit Tupat: Sie erhielt 43,1 Prozent. Für den Wahlsieg reichte das jedoch nicht. Dafür wären mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen notwendig gewesen. Deshalb kommt es nun am Sonntag, 13. Mai, parallell zur Landtagswahl in NRW zu einer Stichwahl zwischen Tupat und Schröder.

Die Anspannung war greifbar, als sich Kandidaten, Politiker und Interessierte am Abend im Bürgermeisterzimmer des Amtshauses eingefunden hatten, wo die Ergebnisse aus den zwölf Stimmbezirken zusammenliefen. „So ein Prüfungsgefühl hatte ich zuletzt 1995“, sagte beispielsweise Birgit Tupat und spielte damit auf ihre Prüfung zur Verwaltungsfachwirtin vor 17 Jahren an. Im Laufe der nächsten Stunde sollte die 45-Jährige jedoch immer lockerer werden, denn nach und nach trafen die Abstimmungsergebnisse ein. Am Ende hatte Tupat in sieben der zwölf Stimmbezirke die Oberhand gewonnen.

Gespannt verfolgte auch SPD-Kandidat Gerd Schröder, umringt von Parteifreunden und seiner Familie, die Stimmenauszählung. Er lag in fünf Stimmbezirken vorne. Ganz hinten im Raum lehnte CDU-Bewerber Klaus-Dieter Jacobsen an der Wand – und musste schon früh erkennen, dass er aus dem Rennen war. In keinem Stimmbezirk hatte er auch nur die 30-Prozent-Marke knacken können. Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, Ulrich Gülicher, sah den Grund für das Scheitern seines Kandidaten darin, dass die Bevölkerung nicht erkannt habe, dass es an der Zeit sei, etwas zu verändern. Genau mit diesem Slogan war Jacobsen in den Wahlkampf gezogen. Ob die CDU ihren Wählern nun für die anstehende Stichwahl eine Empfehlung aussprerchen wolle, ließ Gülicher offen. Darüber werde möglicherweise erst kurz vor der Stichwahl entschieden.

Hier finden Sie die Ergebnisse aus den Stimmbezirken!

Enttäuschend war übrigens die Wahlbeteiligung: Nur 49,3 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Das waren noch einmal gut vier Prozent weniger als bei der letzten Bürgermeisterwahl vor knapp fünf Jahren. Diesen Umstand bedauerte auch die bisherige Bürgermeisterin Beatrix Naujoks: „Ich hoffe, dass bei der Stichwahl in einer Woche wegen der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl mehr Wähler kommen. Dann kann das Ergebnis auch ganz anders ausfallen“, war für die bisherige Amtsinhaberin noch keine Vorentscheidung gefallen.▪ vg

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