Isettas aus ganz Deutschland in Veserde

ALTENA ▪ Isetta-Treffen am Telegraph: Als die schnuckeligen Autos von einer Tour kommend auf das Helga und Ulrich Woitkowski gehörende Gelände fuhren, staunte der kleine Finn Trappe nicht schlecht.

„Das ist toll“, sagte er und klatschte begeistert in die Hände. Als er dann auch noch in einer richtigen „Polizei-Isetta“ Platz nehmen durfte, kannte sein Stolz schon kein Ende mehr. Dann trat Heinrich Schäfer hinzu, der Besitzer des Fahrzeuges. „Das ist ein absolutes Unikat“, erklärte er. Denn bei dieser – tatsächlich früher dienstlich genutzten - Isetta handelt es sich nachweislich um das einzige, bundesweit zugelassene und sich in privater Hand befindliche Dienstfahrzeug der Polizei Rheinland-Pfalz. Sein Inhaber ist nicht nur berechtigt, das Hoheitszeichen dieses Bundeslandes zu führen, aufgrund der Sondergenehmigung darf Schäfer unter anderem auch eine Polizeikelle, einen Gummiknüppel, Handschellen und eine sogenannte Ampel-Lampe mit sich führen. Auch Blaulicht und Martinshorn sind voll funktionsfähig.

Ingrid und Bernfried Scharnhorst aus Garbsen stellten einen Fiat Topolino aus dem Jahr 1953 vor. Bei beiden handelt es sich jedoch nur um die Fahrer des Fahrzeuges. Besitzer ist Uwe Dietrich, der zudem noch eine Isetta 250 sein eigen nennt. Da er und das Ehepaar Scharnhorst befreundet sich, lud er sie ein, mit seinem Fahrzeug am Isetta-Treffen teilzunehmen. Ernst Jesper aus Marsberg fiel mit seiner 300er Isetta schon fast aus dem Rahmen. Denn es handelte sich um eine Sonderanfertigung für Länder, in denen höhere Temperaturen herrschen. Dieses Fahrzeug verfügt über keine Heizung, sondern eine Lüftung. Daher sind an der Einstiegstür auch zwei Lüftungsschlitze angebracht, die kühlen Fahrtwind einlassen. „Das Fahrzeug wurde nur in einer kleinen Auflage gebaut“, wusste Jesper.

Etwas Besonderes ist auch das Autochen von Ille und Ralf Baurs-Krey. Ihre 250er Isetta „ist nicht restauriert worden. Sie befindet sich noch im Original-Zustand.“ Wenn man mit diesem Fahrzeug fahre, spüre man noch die Emotionen, die auf den einstigen Besitzer gewirkt haben müssen.

Auch mehrere 600er Modelle waren zu bestaunen. Das sind Isetten, die vier Personen Platz bieten. Eine davon gehört Gastgeber Ulrich Woitkowski. „Ich weiß beim besten Willen nicht, wie viele Stunden ich daran geschraubt habe“, sagt er.

Noch ein Unikat war zu bestaunen, das Isetta-Taxi von Wolfgang Dreier. „Das ist allerdings nicht echt“, räumt er ein. Er sei früher selbst Taxi gefahren und sei dann auf die Idee gekommen, seine Isetta mit einem entsprechenden Hinweisschild auszustatten. Aber der Spaßfaktor sei groß. Bei jedem Isetta-Treffen würde das Fahrzeug angehalten, weil sich offenbar jeder einmal wünschte, mit einem solchen Taxi zu fahren.

Die rund 40 Teilnehmer an dem Treffen reisten aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz an. Fast alle nutzen Wohnmobile. Die Isetten wurden auf Anhängern transportiert. 20 der kleinen Fahrzeuge gab es zu bestaunen. Und über mangelndes Besucherinteresse mussten sich die Woitkowskis und ihre Gäste nicht beklagen.

Am Samstagmorgen stand ein Ausflug zur Luisenhütte in Balve auf dem Programm. Der Konvoi der Isetten fand viele Zuschauer, die ein solches Ereignis eher selten zu Gesicht bekommen.

Am Sonntagmorgen traten die Gäste den Heimweg an. Für alle war klar: Beim nächsten Isetta-Treffen in zwei Jahren am „Telegraph“ sind sie wieder mit dabei.

Ein ganz besonderes Dankeschön erwartete Helga und Ulrich Woitkowski übrigens am Samstagabend. Für ihren großen persönlichen Einsatz rund um das Isetta-Treffen erhielten sie ein Diorama überreicht, welches ihr Haus, die Nebengebäude und das gesamte Grundstück im Maßstab 1 : 87 zeigt. Selbstverständlich bestückt mit den Isetten, ihren Gästen und sogar dem Vertreter des AK.

„Ich habe Sie vor zwei Jahren an dieser Stelle stehen sehen“, erklärte der Erbauer des Models, Thomas Koch aus Backnang, dem Mitarbeiter unserer Zeitung. Und da habe er ihn halt auch wieder „hingebaut“. Dass selbst die Kamera zu erkennen ist, versteht sich schon fast von selbst.

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