Nachrodt wird ordentlich durchgeschüttelt

Jini Meyer mit ihrer Band Herocks

Nachrodt-Wiblingwerde - 21 Uhr: 14 Grad heiter bis wolkig. So wird das Wetter heute Abend (15. September), wenn Jini Meyer mit ihrer Band Herocks die Bühne am Lenneufer rockt. Und: Es bleibt trocken. Eine warme Jacke reicht, um beim Open Air-Fest vom Kulturschock mit zu feiern, mit zu tanzen, mit zu singen. Karten gibt es auch noch an der Abendkasse. Einlass ist um 19 Uhr schräg hinter der Rastatt. Nachrodt, das verspricht Jini im Interview mit Susanne Fischer-Bolz, wird heute ordentlich durchgeschüttelt.

In Nachrodt aufzutreten, ist ja fast ein Heimspiel für Sie. Auf was dürfen sich die Gäste denn freuen?

Jini Meyer: Nachrodt wird am Samstag ordentlich durchgeschüttelt. Wir kommen mit Herocks in mein Nachbarstädtchen und haben Rock-Songs von 1969 bis heute im Gepäck. Und falls es bis dato keine Rock-Songs waren, haben wir sie auf unsere eigene Herocks-Art und Weise zu solchen gemacht. Ein Open Air-Konzert steht und fällt mit dem Wetter... Ist es der Band deshalb eigentlich lieber, in einer Halle/im Theater oder sonstwo im Saal aufzutreten? Jini: In einer Halle aufzutreten, ist wettertechnisch für eine Band, den Veranstalter und das Publikum natürlich immer die sicherere Variante. Trotzdem mag ich persönlich den Charme eines Spätsommer-Abends, draußen mit Freunden unter freiem Himmel, sehr. Außerdem habe ich schon einige der besten Konzerte draußen im Regen erlebt. Wir sind ja alle nicht aus Zucker. 

Haben Sie eigentlich eine Verbindung zur kleinsten Gemeinde des Kreises? Leben hier Freunde oder Familienmitglieder? Dass man sich abends zum Bier in Nachrodt trifft, ist ja fast unmöglich oder?

Jini: Ich selbst bin eher selten in Nachrodt, dafür natürlich dementsprechend häufig in meiner Heimatstadt Letmathe anzutreffen. Von dort werden (wie ich gehört habe), viele Freunde, Familie und auch Schüler kommen, die an dem Abend mit uns dort feiern möchten. 

Herocks wirbt auch damit, dass Sie die Frontfrau von Luxuslärm waren. Wie viel Luxuslärm ist in Herocks? 

Jini: Normalerweise werben wir nicht explizit damit. Ich bin eins von sieben gleichberechtigten Bandmitgliedern. Da der Name Luxuslärm aber vielleicht etwas geläufiger ist, fällt er momentan oft gleichzeitig mit dem Namen Herocks. In Herocks selbst steckt soweit nichts von Luxuslärm, außer, dass die weibliche Stimme dieselbe ist. Diesmal allerdings auf Englisch.

Herocks, so höre ich, spielt eigene Interpretationen von Rock-Songs anderer Bands. Kann man die Stücke denn dann noch erkennen und mitsingen?

Jini: Natürlich 

Wie groß ist gefühlt der Druck für Sie, jetzt auch mit Herocks erfolgreich sein zu müssen?

 Jini: Ich hatte das große Glück, über elf Jahre in einer deutschlandweit erfolgreichen Band zu singen. Dieser Erfolg kam nicht einfach über Nacht. Wir haben ihn uns hart, sogar sehr hart erarbeitet. Mit viel Liebe für die Sache, mit Rückschlägen, mit finanziellen Herausforderungen, mit viel Zeit und Arbeit und auch manchmal mit spürbar zunehmendem Druck. Bei Herocks spiele ich deswegen, da ich dort eben zu keinem Zeitpunkt „Druck“ erfahren muss und will, sondern dabei geht es mir darum, Spaß zu haben und weiterhin auf der Bühne zu stehen, was ich nach wie vor extrem liebe und genieße.

 Sie haben sowohl bei Luxuslärm als auch bei Herocks immer Musiker um sich herum, keine Musikerinnen. Ist es so, wie man in allen Berufs-Sparten sagt: Frauen können nicht so gut miteinander? Dann gibt es Zickenalarm?

Jini: Sagt man das in allen Berufs-Sparten so? Das kann ich nicht unbedingt unterschreiben. Es gibt tolle Musikerkolleginnen, (z.B. Pamela Falcon, Stefanie Heinzmann etc), die ich seit Jahren kenne, mit denen ich arbeite und die genauso unkompliziert und locker ticken wie ich. Kein Diven-Gehabe. Damit komme ich absolut nicht zurecht und damit ist man bei mir an der falschen Adresse. Egal ob Männlein oder Weiblein. Nichtsdestotrotz ist es so, dass ich solche Konstellationen seit über 20 Jahren kenne und in solchen gearbeitet habe. Da waren an den Instrumenten halt meistens die Jungs vertreten. Mir soll das sehr recht sein. 

Geben Sie in der Rock & Pop Fabrik noch Vocal-Coaching-Unterricht? Und wenn ja: Ist es nicht stressig, beruflich auf zwei Hochzeiten zu tanzen?

Jini: Damals zu LL-Zeiten, war es zeitlich eine extrem große Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Mittlerweile ist das etwas entspannter geworden, da ich nicht mehr 100 Nächte im Jahr in fremden Städten und Hotels verbringe. Ich liebe meine Gesangslehrerinnen-Tätigkeit sehr. Sie erfüllt mich seit 13 Jahren und ich bin extrem dankbar dafür. Niemals würde ich sie mir nehmen lassen, genauso wenig wie das Live-Spielen. Dafür schlägt mein Herz zu sehr für die Musik.

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