Ein Blumenstrauß für die Bundeskanzlerin

„Ein Thema wie Militär muss immer humoristisch betrachtet werden, nur so findet man den Zugang zur Öffentlichkeit und letztendlich auch zur Diskussion“ - Holger Müller.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Ausbilder Schmidt“ gastiert am Samstag, 5. April, ab 20 Uhr mit seinem aktuellen Programm „Schlechten Menschen geht es immer gut“ im Saal der Rastatt. Vorab stellt sich Holger Müller, Erfinder und Darsteller des „Ausbilders“, den Fragen unseres Redakteurs Volker Griese:

Die wichtigste Frage zu Anfang: Haben Sie eigentlich gedient? Waren Sie bei der Bundeswehr?

Jawoll! Im Jahre 1989, aber nur Luftwaffe.

Und wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, als„Ausbilder Schmidt“ durch die Lande zu reisen?

Ich hatte schon in jungen Jahren Theater gespielt. Am besten lagen mir die etwas „böseren Rollen“. Die Idee zu Ausbilder Schmidt hatte ich dann auch während der BW- Zeit. Da dachte ich mir, so ein fieser Ausbilder mit harter Schale aber weichem Kern hätte doch was… Zum Spaß brüllte ich die Kameraden auf meiner Stube an, …die fanden es lustig. Einer hatte sogar fast Angst!

Haben Ihre Programme autobiographische Elemente? Wie viel wirklich Erlebtes steckt darin?

Ausbilder Schmidt ist eine komplett erfundene Figur, die so im realen Leben nicht existieren könnte. Von daher steckt auch nichts Erlebtes drin. Ausbilder Schmidt hat natürlich eine komplette Biographie, sogar einen Lebenslauf und einen Stammbaum. Dies brauche ich aber nur intern um mein Programm weiter zu entwickeln.

Der Alltag bei der Bundeswehr ist ja nicht so spaßig. Was denken Sie, wenn Sie sich darüber lustig machen und gleichzeitig Bundeswehrsoldaten ihr Leben riskieren?

Ein Thema wie Militär muss immer humoristisch betrachtet werden, nur so findet man den Zugang zur Öffentlichkeit und letztendlich auch zur Diskussion. Ich selber war im Jahre 2010 in Afghanistan und hatte dort zwei Shows für die Soldaten (vor unseren Jungs, nicht vor der Taliban) gespielt, um für etwas Ablenkung im grauen Alltag zu sorgen. Ich war sogar in Kunduz, wo sich bis dato kein Promi hingetraut hatte (um dort seinen Film oder ähnliches vorzustellen! )

Was ist das Erfolgsrezept von „Ausbilder Schmidt“? Dass er nach außen den harten Hund gibt, am Ende aber doch immer der Verlierer ist?

Verlierer klingt so hart! (lacht). Ja es gibt natürlich mehrere Möglichkeiten, letztendlich ist Humor immer Geschmacksache, der eine liebt es, der andere hasst es. Mein Humor ist natürlich etwas schwärzer. ABER der wichtigste Punkt ist wohl, dass Ausbilder Schmidt recht wenig über die Bundeswehr erzählt, sondern so wie er ist, in den normalen Alltag geht und scheitert. Darin liegt die Komik.

Wie lange kann man mit einer solchen Figur Erfolg haben? Haben Sie keine Angst, dass sich das Publikum irgendwann gelangweilt abwendet?

Ich bin schon seit zwölf Jahren mit der Figur auf Tour. Keiner, auch ich nicht, glaubte am Anfang dass es so lange funktioniert. Ich selber hatte die Figur immer weiter entwickelt und wer mal bei mir im Programm war, kommt in der Regel auch wieder. Wenn Ausbilder Schmidt keiner mehr sehen will, was natürlich passieren kann, dann mache ich etwas anderes. Davor habe ich keine Angst. Ichhabe mehr Angst davor, dass man Ausbilder Schmidt noch sehen will, mir aber nichts mehr einfällt. Dann muss man auch aufhören.

Nach der letzten Bundestagswahl ist nun eine Frau Chefin auf der Hardthöhe.Die Verteidigungsministerin will eine familienfreundliche Bundeswehr. Was sagt „Ausbilder Schmidt“ dazu?

Das ist ein wunderbares Thema für Comedy, ich hatte mich auch schon per Strauß Blumen bei Frau Merkel dafür bedankt. Natürlich sagt Ausbilder Schmidt eine Menge dazu - das erfährt man dann im Live-Programm.

Worauf kann sich Ihr Publikum in Nachrodt-Wiblingwerde besonders freuen?

Auf einen gut gelaunten Ausbilder Schmidt. Ich hatte nämlich vor dem Auftritt zehn Tage Tourpause und bin voller Kraft und Stimme! Und das Publikum kann sich ganz entspannt zurücklehnen, denn: Ausbilder Schmidt tut nix, der will nur spielen!

Übrigens: Für den Comedy-Abend des Vereins „Kulturschock“ gibt es an der Abendkasse noch Karten!

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