Kaum Interesse an schnellem Internet

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Bürgermeisterin Birgit Tupat ist ratlos: Im oberen Gemeindebezirk ist das Interesse an schnellem Internet nur schwach ausgeprägt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es war ein Hoffnungsschimmer für alle im oberen Gemeindebezirk, die noch nicht über einen schnellen Internetanschluss verfügen: Die Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG) wollte die notwendige Infrastruktur schaffen, der private Anbieter Muenet GmbH den Internetzugang bereitstellen. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt.

45 Verträge hätte die Muenet GmbH in Wiblingwerde, Veserde, Rennerde und Umgebung abschließen müssen, um eine kostendeckende Erschließung mit Breitbandanschlüssen zu erreichen. Dann hätte der Internetanschluss über eine Richtfunkanlage im Neubaugebiet Niggenhuser Hof beziehungsweise durch eine Aufrüstung eines Kabelverteilers in Veserde bereitgestellt werden können.

Nach einer Informationsveranstaltung Anfang Mai, die auf großes Interesse gestoßen war, trudelte aber nur ein gutes Dutzend ein. „Wir haben dann Mitte Juli noch einmal eine Info-Post an alle haushalte im oberen Gemeindegebiet geschickt, aber auch danach sieht die Bilanz schlecht aus: Es sind nur noch vier Verträge dazu gekommen“, berichtete Bürgermeisterin Birgit Tupat am Donnerstag. Dass das Interesse an einem schnellen Zugang zum Internet in den höher gelegenen Teilen der Gemeinde so gering ist, kann sie sich nicht wirklich erklären. „Die Schmerzgrenze ist wohl noch nicht erreicht“, mutmaßt sie, dass der Leidensdruck für die Internetnutzer wohl doch noch nicht groß genug ist. „Die meisten warten scheinbar einfach noch ab“, stellt die Bürgermeisterin etwas ratlos fest.

Für die TKG ist das Thema offenbar vorerst erledigt. „Die will ihre Bemühungen bei uns zumindest für dieses Jahr einstellen“, berichtete Tupat von Gesprächen mit dem Mescheder Unternehmen, dessen Ziel es ist, die Breitband-Telekommunikation im Hochsauerlandkreis, im Kreis Olpe, im Kreis Soest, im Kreis Siegen Wittgenstein, im Märkischen Kreis sowie in angrenzenden Kommunen benachbarter Kreise zu verbessern und weiterzuentwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.

Eine Alternative wäre ein finanzielles Engagement der Gemeinde, damit die Rechnung für die TKG beziehungsweise die Muenet GmbH auch schon bei weniger Verträgen aufgeht. Dafür stünden der Kommune, die verpflichtend am NRW-Stärkungspakt teilnimmt, aber keine Mittel zur Verfügung, wie die Bürgermeisterin erklärte. Sie sieht derzeit keinen Ansatzpunkt mehr, wie die Gemeinde die Versorgung der Höhengebiete mit leistungsfähigen Highspeed-Internetanschlüssen noch vorantreiben könnte. Langjährige Bemühungen der Gemeinde, die großen Telekommunikationsunternehmen wie Telekom, Vodafone oder Telefónica dazu zu bringen, in das Gebiet um Wiblingwerde zu investieren, waren schon vorher fehlgeschlagen. „Die Konzerne haben uns zu verstehen gegeben, dass sie selbst in den nächsten Jahren keine solchen Planungen anstreben“, sieht die Bürgermeisterin keine Hoffnung auf eine baldige Erschließung durch die Telekommunikationsriesen. - Volker Griese

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