„Die eigene Lage nicht verkennen“

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Stichwort „Interkommunale Zusammenarbeit“ genießt derzeit nicht nur in der Politik hohe Aufmerksamkeit. Das zeigte sich zu Beginn der jüngsten Ratssitzung in Veserde.

Ein Einwohner nutzte die Gelegenheit, nach dem Sinn der Kooperation generell zu fragen, aber speziell nach der Wahl des Partners. Warum man sich denn ausgerechnet mit der Stadt Altena zusammenschließe, der es „immer schlechter geht“? Weiter fragte der Mann, ob man nicht Gefahr laufe, dass ein „Sparkommissar“ der in Altena möglicherweise bald auf der Matte steht, dann auch indirekt in der Doppelgemeinde mit entscheiden werde.

Auf der Tagesordnung der Ratsitzung war über Punkt Interkommunale Zusammenarbeit in Gestalt von drei Handlungsfeldern zu entscheiden. Es ging um die Bereiche Bücherei, Gebäude- und Liegenschaftsmanagement sowie eben um die Bauhöfe. Bürgermeisterin Birgit Tupat sagte zunächst, dass es zunächst um eine stufenweise und wachsende Zusammenarbeit gehe. „Bis 2016 wird man verstanden haben, ob es geht.“

Stefan Herbel (CDU) rückte einen anderen Aspekt in den Mittelpunkt: Wer betone, wie schlecht es der Nachbarstadt gehe, der verkenne die Lage der eigenen Gemeinde: „Uns steht das Wasser auch bis zum Hals, oder sogar noch ein Stück höher.“ „Wir strecken uns zwar schon nach der Decke, aber die wird immer kürzer“, machte der CDU-Ratsherr auf die ebenfalls prekäre Finanzlage der Gemeinde aufmerksam.

Susanne Jakoby (SPD) erinnerte in ihrem Statement zum Verwaltungsvorschlag über die Zusammenarbeit, dass man sich ja anfangs auch in Richtung Iserlohn umgesehen habe. Allerdings: „Dort gab es kein Interesse.“

Noch Gesprächs- und Verhandlungsbedarf gibt es hinsichtlich der Büchereien. Dies jedoch nicht etwa, weil man auf Nachrodter Seite eine Kooperation kritisch sähe. Das zeigten die Stellungnahmen der Fraktionen, die sich grundsätzlich positiv zur Zusammenarbeit äußerten.

Vielmehr geht es um eine Abstimmung mit der zuständigen Fachstelle der Bezirksregierung, die sich ihrerseits mit dem Ministerium und der Kommunalaufsicht abstimmen muss. Es geht dabei um Fördergelder für einen Verbund. Noch offen sei auch, erläuterte die Verwaltung, ob vielleicht noch eine dritte Kommune in den Verbund eintritt. Bisher sei nur die Altenaer Stadtbücherei förderfähig. Eine Erneuerungsquote von sieben Prozent sei zudem in beiden Kommunen nicht mehr darstellbar. ▪ tk

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