Defibrillator-Infos stoßen auf großes Interesse

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Dr. Mark Niemtschke ist als Notarzt und Unfallchirurg tätig. Ausserdem ist er als Besatzungsmitglied eines Rettungshubschraubers.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Saal in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ war am Mittwochabend sehr gut besetzt. Denn Dr. Mark Niemtschke und Martin Neumann referierten zum Thema „Handhabung eines Defibrillators“.

Beide Referenten teilten sich den Vortragspart. Neumann erklärte den fast 30 Teilnehmern zunächst die gesetzliche Grundlage, die jedermann verpflichtet, im Notfall Hilfe zu leisten.

Gerate man daher einmal in die Situation, eine Unfallsituation zu erleben, müsse man zunächst einen Notruf absetzen und sich dann um mögliche Verletzte und die Absicherung der Unfallstelle kümmern. Der Notruf – also die Rufnummern 112 oder 110 – seien aber nicht an eine bestimmte Leitstelle gebunden. Man solle sich daher nicht wundern, wenn ein Notruf aus Wiblingwerde bei der Leitstelle in Lüdenscheid oder aber auch in Iserlohn auflaufe.

Die meisten Notrufe, so Neumann weiter, erfolgen mittlerweile nicht mehr über das Festnetz, sondern über Handys. Daher sei der Standort des Anrufers von entscheidender Bedeutung. Denn daraus würde sich die Zuständigkeit einer jeweils anderen Leitstelle ergeben. Dr. Niemtschke stellte den Anwesenden den neuen Defibrillator vor. „Wer dieses Rettungsmittel anwendet, kann nur helfen, aber nicht schaden“, erklärte der Arzt. Man könne das Gerät nur anlegen aber selbst keinen Impuls auslösen.

Martin Neumann ist Sicherheitsberater für Konzerne.

Der Defibrillator wird eingesetzt bei Herzstillständen. Dabei steht der medizinische Grund für den Stillstand zunächst einmal im Hintergrund. „Wichtig ist nur, dass das Herz wieder schlägt“, sagte Dr. Niemtschke eindringlich. Man müsse das Rettungsgerät nur positionieren, die Wiederbelebung erfolge dann automatisch durch den Defibrillator. „Sie müssen sich eine solche Situation vorstellen wie einen Computerabsturz. Das einzige, was Sie dann tun müssen, ist, die Reset-Taste zu drücken. Den Rest erledigt der Computer allein. Und genau so ist es auch mit dem Defibrillator“. Auch Dr. Niemtschke wies noch einmal ausdrücklich auf die korrekte Absetzung des Notrufes hin. „Schildern Sie in kurzen, knappen und präzisen Worten die Situation an der Unfallstelle“.

Sinnvoll sei es auch, einen Einweiser für den Rettungsdienst und den Notarzt zu stellen. Denn es sei oft so – gerade bei häuslichen Unfällen – dass sowohl Notarzt als auch Rettungsdienst schnell vor Ort wären, dann aber bei der Suche nach der richtigen Adresse im wahren Sinn des Wortes im „Dunkeln tappen“. Das liege, so Dr. Niemtschke weiter, daran, dass viele Hausnummern so angebracht seien, dass man sie gerade abends oder nachts nicht erkennen könne. „Das kostet unglaublich viel Zeit. Ein Einweiser kann daher schon weiterhelfen“.

Schon im eigenen Interesse sollte man daher dafür Sorge tragen, dass die Hausnummer am Hause von der Straße her auch bei Dunkelheit gut zu erkennen ist. Das erspare dem Rettungsteam viel Zeit. Da es im Falle eines Herzstillstandes um Minuten gehe, könne diese Unterstützung auch Leben retten. Dr. Mark Niemtschke ist als Notarzt und Unfallchirurg tätig. Ausserdem ist er als ärztliches Besatzungsmitglied eines Rettungshubschraubers tätig, der auf See Verunglückte aufnimmt. Martin Neumann ist Sicherheitsberater internationaler Konzerne und befasst sich auch mit der Einrichtung von Notruf-Leitstellen. Für Vorträge zum Verhalten in Notfällen kann er hinzugezogen werden. Man erreicht den Referenten unter der Rufnummer: 0178 / 495 8574.

Die nächste Unterweisung in der Bedienung des Defibrillators wird am 18. Februar ab 18 Uhr durch Gemeindebrandinspektor Michael Kling stattfinden. Auch in diesem Fall steht der Saal der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ zur Verfügung. Um telefonische Voranmeldung unter 0 23 52 / 35 21 wird jedoch gebeten.  - von Hartwig Bröer

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