Straßen.NRW: „Wir bauen keine hässliche Brücke“

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Die neue Lennebrücke soll soll gegenüber von St. Josef links neben der Rastatt beginnen.

Nachrodt-Wiblingwerde -  „Weiter so. Dran bleiben jetzt.“ Und: „Die Vorzugsvariante ist toll“. Das haben zwei Gäste des Info-Marktes „Lennebrücke“ als Feedback hinterlassen. Und: Lachende Smileys verteilten fast alle Besucher auf einem großen Plakat am Ausgang und erklärten damit ihre Zufriedenheit über die unkonventionelle Art der Information rund um die Planungen für die neue Lennebrücke.

 Ob die meisten Gäste allerdings den Begriff „toll“ unterschreiben würden, ist unwahrscheinlich. Klar wurde nämlich eines: Verschönern wird eine neue Brücke die Gemeinde auf gar keinen Fall. Dennoch gibt es ein Versprechen: „Wir bauen keine hässliche Brücke.“

„Wir wollen der Bevölkerung zeigen, warum wir so planen, wie wir planen, und wie wir die Brücke realisieren wollen“, begrüßte Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW, die sehr zahlreichen Gäste in der Sekundarschule. Mit dem „Info-Marktplatz“ hatte jeder Interessierte die Chance, sich an vielen Schautafeln zu allen Themen rund um die Brücke im Detail zu informieren und direkt einen Fachmann als Ansprechpartner zu finden. Das hatte durchaus den Vorteil, dass nicht die „Welt, wie sie sich Straßen.NRW vorstellt“, von oben herab erklärt wurde. Aber den Nachteil, dass nicht alle Informationen bei jedem ankamen.

Die Vorzugsvariante, mit der Straßen.NRW ins Planfeststellungsverfahren gehen möchte, ist folgende: Die Streckenführung soll gegenüber von St. Josef links neben der Rastatt beginnen, über das Gelände folgen, dort, wo jetzt der Bolzplatz ist, und dann einen 45-Grad-Schwenk über die Lenne bis zur von Bodelschwingh-Straße machen. Gesamtbreite: 16,70 Meter. Gesamtlänge; 80 Meter. Eine Mittelstütze in der Lenne. Zwei Fahrspuren mit je vier Metern Breite. Beidseitig kombinierter Geh- und Radweg und beidseitige Lärmschutzwände. Und: Aufgrund des Hochwasserschutzes – man geht vom hundertjährigen Hochwasser aus – wird das neue Brückenbauwerk eineinhalb Meter höher als das heutige.

 Es waren besonders die Lärmschutzwände, die vielen Bürgern zu schaffen machten. Diese sollen nämlich nicht nur 3,50 Meter hoch werden, sondern zum Teil undurchsichtig, auf der Brücke selbst dann durchsichtig sein – von einem Eldorado für Sprayer ganz zu schweigen.

„Der Ort soll nicht verriegelt werden. Da werden wir sicher noch mal Veränderungen planen“, verspricht Ludger Siebert. Grundsatzdiskussionen gab es nur wenige. Kaum jemand, der daran zweifelt, dass die im Jahr 1850 gebaute Brücke abgerissen werden muss. Und augenscheinlich gab es auch wenige Stimmen gegen den bevorzugten Standort von Straßen.NRW. Denn: Ein neues Bauwerk dort, wo jetzt die alte Brücke steht, hätte unter anderem den Abriss vieler Häuser zur Folge.

Es beschäftigte die Bürger eher die Frage, ob die alte Brücke noch so lange hält, bis die neue gebaut werden kann. „Sie hält, aber wir wollen uns beeilen“, sagt Ludger Siebert und setzt auf Konsens. Das Planfeststellungsverfahren – am Ende das, worauf sich alle berufen können – dauert im besten Fall etwa eineinhalb Jahre. Baubeginn könnte eventuell 2022 sein.

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