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Leitungsneubau: Provisorium soll dieses Jahr in Betrieb genommen werden

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Von: Jona Wiechowski

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Auf Nachrodt-Wiblingwerder Gebiet geht der Leitungsneubau voran. Aktuell werden nicht nur die Provisorien errichtet, ebenso wurde mit Gründungsarbeiten für Neubaumaste gestartet.
Auf Nachrodt-Wiblingwerder Gebiet geht der Leitungsneubau voran. Aktuell werden nicht nur die Provisorien errichtet, ebenso wurde mit Gründungsarbeiten für Neubaumaste gestartet. © Amprion GmbH / Haslauer

Netzbetreiber Amprion erneuert auf insgesamt 126 Kilometern zwischen Dortmund-Kruckel und Dauersberg in Rheinland-Pfalz Stromleitungen. Der 36 Kilometer lange Abschnitt B führt durch den Märkischen Kreis – acht Kilometer durch Nachrodt-Wiblingwerde. Aktuell wird das 220-kV-Provisorium erstellt. Ohne das kann mit der Errichtung der Neubauleitung nicht gestartet werden. „Nach aktuellem Planungsstand gehen wir davon aus, in diesem Jahr eine Inbetriebnahme des Provisoriums zu realisieren“, berichtet Amprion-Projektsprecherin Mariella Raulf auf Nachfrage der Redaktion. Das Provisorium stellt in der Übergangszeit die Stromversorgung sicher.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wie berichtet, laufen für die neue Leitung auch auf Nachrodter Gebiet derzeit einige Baumaßnahmen. Konkret werden derzeit die Schotterplateaus errichtet. Dazu werden die Provisorien montiert, ebenso erfolgt später der Seilzug an den Provisorien. „Dort, wo wir keine provisorischen Masten errichten, werden wir sogenannte Baueinsatzkabel als Provisorium verlegen“, berichtet Raulf. Das werde am Ochsenkopf in Iserlohn und rund um Oevenscheid / Großendrehscheid in Nachrodt-Wiblingwerde beziehungsweise Altena passieren.

Doch es laufen nicht nur die Arbeiten am Provisorium, das für zwei bis drei Jahre stehen wird. Amprion startet gerade ebenfalls mit den Gründungsarbeiten und Mastmontagen für Neubaumaste – jedenfalls für die, die unabhängig vom Provisorium bereits errichtet werden können.

Und das klappt Stand jetzt gut. „Derzeit läuft alles nach Plan“, sagt Raulf. Verzögerungen könnten allerdings immer mal potenziell aufkommen, „da sich die Bauaktivitäten aufgrund von Witterungsverhältnissen und netztechnischen Abhängigkeiten stets anpassen müssen.“ Das könne dann zu zeitlichen Verzögerungen führen.

Schon heute hat Amprion zwischen Kruckel und Dauersberg eine Leitung. Dabei handelt es sich allerdings um eine 220-Kilovolt-Verbindung, die jetzt weitgehend im vorhandenen Trassenraum durch die leistungsfähigere 380-Kilovolt-Verbindung ersetzt wird. In diesem Zuge werden insgesamt 22 Neubaumaste durch die Doppelgemeinde verlaufen. Nötig wird das, um das Netz an die künftigen Übertragungsanforderungen anzupassen.

Das Projekt ist seit Jahren ein Thema und in fünf Genehmigungsabschnitte unterteilt, in denen der Bau teilweise schon vor Jahren begonnen hat. Für den Abschnitt B – dessen 36 Kilometer Länge zwischen Iserlohn-Ochsenkopf und Attendorn größtenteils den Märkischen Kreis betreffen – hatte die Bezirksregierung Arnsberg Ende Januar vergangenen Jahres den Planfeststellungsbeschluss erteilt. Die Planfeststellungsunterlagen für diesen Abschnitt hatte Amprion im Oktober 2018 eingereicht. Im Rahmen dieses Verfahrens hatten Stellungnahmen und Einwendungen sowie Gespräche mit Bürgern, Politik und Verwaltung zu einer Diskussion über den Einsatz einer schmaleren, aber höheren Mastform geführt. Nach einer intensiven Prüfung wurde dieser Wechsel der Mastform von Amprion als umsetzbar bewertet. Die Masten, die jetzt gebaut werden, sind zwischen 60 und 75 Meter hoch. Sie tragen nicht nur sechs Drähte des 380 Kilovolt-Stromkreises, sondern im unteren Bereich teilweise einen 110 Kilovolt-Stromkreis.

Projektleiter Thomas Augustin und Projektsprecherin Mariella Raulf, die das komplette Projekt begleiten werden, hatten das Vorhaben im Juni vergangenen Jahres in einer Sitzung des Bauausschusses der Doppelgemeinde ausführlich vorgestellt. Mit einer Gesamtinbetriebnahme wird demnach in 2026 gerechnet.

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