Tierisches Projekt

Besonderer Bau: Ein Hotel zum Einnisten

St. Elisabeth Kita in Nachrodt: Kinder bauen Insektenhotel
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St. Elisabeth Kita in Nachrodt: Kinder bauen ein Insektenhotel

Einchecken geht, aber es gibt weder Zimmerservice noch Frühstück. Das Hotel, das derzeit in Nachrodt gebaut wird, ist eher was für Langzeitgäste.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eigentlich ist es gar kein Hotel. Man checkt zwar ein, bekommt aber weder Zimmerservice noch Frühstück. Und man bleibt nicht nur für zwei Wochen, sondern gleich für mehrere Monate. Ein Insektenhotel ist eine langfristige Unterkunft – und eine, die sehr wichtig für Wildbienen und Co. ist.

Die Mädchen und Jungen der katholischen Kita St. Elisabeth haben ihr Hotel bald fertiggestellt. Es fehlen nur noch ein Dach und Kleinigkeiten. Dann wird das Insektenhotel auf der Wiese zwischen dem Haus Nachrodt und der evangelischen Kirche aufgebaut.

Ohrenkneifer und Bienen vertragen sich nicht in einem Hotel

Es ist der zweite Stepp für das Projekt „Bienenwiese“. Vor Wochen wurden unter anderem Lavendel, Lupinen, Schafgarbe, Astern, Margeriten, Sonnenhut, Akelei und Malven gepflanzt, sodass den Bienen und Schmetterlingen von Mai bis Oktober ein reichlich gedeckter Tisch geboten werden kann. Bald können sie auch in der Nähe wohnen. Unterstützt werden die Kinder von Charlotte von Löbbecke, die das Grundstück und Pflanzen für die Aktion zur Verfügung stellte.

Fünf Räume für Wildbienen und Käfer gibt es im Insektenhotel, das die Kinder der Kita St. Elisabeth Nachrodt bauen.

So ganz einfach ist der Bau eines Insektenhotels übrigens nicht. „Es gibt viele schöne Dinge, aber wenn man sich damit beschäftigt, merkt man, dass auch einiges nicht sinnvoll ist“, sagt Sandra Schwieren, Leiterin der Kita St. Elisabeth. Heu sei zum Beispiel gut für die Ohrenkneifer, aber die würden auch die Pollen der Bienen fressen. Deswegen haben die Ohrenkneifer ein Zuhause weit entfernt im Kirschbaum auf dem Kita-Gelände bekommen – und zwar in schönen Tontöpfen mit Heu.

Hälfte aller Wildbienenarten vom Aussterben bedroht

Fünf große Räume gibt es dagegen im roten Insektenhotel. Löcher im Holz – nicht durchgebohrt – sollen Schutzräume für die Bienenlarven werden. Bambusstäbe wurden gesägt und gestapelt. Sie werden mit Lehm befestigt. Es gibt also eine Zimmer-Auswahl für die Wildbienen, die bis in den Herbst in den Röhren Eier und Nahrung ablegen und die Röhren dann verschließen. Mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten ist vom Aussterben bedroht. Doch ohne die Bestäubung durch Insekten ist der Fortbestand von etwa 90 Prozent aller Pflanzenarten gefährdet.

Die Zeit der Hilfe ist mehr als gekommen. Allerdings: Nur 30 Prozent der Wildbienen ziehen in die von Menschen gebauten Nisthilfen, 70 Prozent leben dagegen im Boden (gerne Sand oder Sand-Erde-Gemisch) oder an Pflanzenstängeln. „Es bleibt also nach wie vor wichtig, neben den Nisthilfen auch eine insektenfreundliche Umgebung zur Verfügung zu stellen“, so der Naturschutzbund.

Akkubohrer im Einsatz: Jeder will ran

Zwei Räume sind im Insektenhotel für andere Gäste reserviert. Käfer dürften sich über große Tannenzapfen und die Bucheckernhüllen freuen. Um das Hotel zu schützen, wird ein Kaninchendraht vor den Zimmertüren gespannt. Zum Schluss gibt es noch ein schräges Dach. Für den Bau wurde geschmirgelt, gesägt, gebohrt und gestrichen, was den Kita-Kindern eine riesige Freude bereitete. Als der Akkubohrer zum Einsatz kam, wollte jeder mal, denn „den hat Papa ja auch“.

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