Immer weniger Blutspender: Meinung der Nachrodter gefragt

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Wichtige Spende: In Wiblingwerde gibt es viele Blutspender, in Nachrodt immer weniger.

Nachrodt-Wiblingwerde –Die Verantwortlichen sind ratlos. In Wiblingwerde gibt es viele Blutspender, in Nachrodt immer weniger. Sie sorgen sich um die Zukunft - und gehen auf Ursachenforschung.

„Es sagt ja keiner etwas. Denjenigen, die zum Blutspenden kommen, ist es egal, wo es stattfindet. Von den anderen bekommen wir keine Rückmeldung. Das möchten wir ändern“, sagt Gisela Gundermann. Die Blutspendebeauftragte der Gemeinde ist etwas ratlos, warum in Nachrodt immer weniger Menschen zum Spenden kommen, während in Wiblingwerde „der Laden brummt“. 

Zu Rastatt-Zeiten waren es teilweise bis zu 130 Spender bei jedem Termin, im katholischen Vereinshaus gab es jetzt ein Rekordtief mit nur 38 Gästen. Auch davor lief es nicht gut. Die Besucherzahlen gingen stetig zurück. 

Suchen nach Erklärungen

Die Erklärungsversuche sind wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. „Am Essen kann es nicht liegen, da wir uns sehr viel Mühe geben und hier wie dort das gleiche anbieten“, sagt Gisela Gundermann. Gefällt den Nachrodter Spendern nicht, dass sie im katholischen Vereinshaus für die Anmeldung die Treppe bewältigen müssen? Würden sie gern zurück in die Lennehalle? Das geht allerdings nicht. 

„Es leben doppelt so viele Einwohner in Nachrodt wie in Wiblingwerde. Da stimmt doch etwas nicht“, meint auch Norbert Grebe, der sich um den Fortbestand der Blutspendetage in Nachrodt sorgt. Für den Blutspendedienst seien die Termine mit einem großen Aufwand verbunden. „Kommt nur noch eine Handvoll, werden sie die Blutspendemöglichkeit vielleicht streichen.“ 

Möglicherweise, so könnten es sich Gisela Gundermann und Norbert Grebe vorstellen, liegt das Fernbleiben auch an dem Fragebogen, der seit einem dreiviertel Jahr bei den Blutspendeterminen ausgefüllt werden muss. Die Skepsis gegenüber dem Bogen, den die „AG-Blut“ ausgearbeitet hat, in der Zentrumsleiter aus ganz Deutschland und Mediziner zusammen arbeiten, ist groß.

Sehr intime Fragen

Intime Fragen wie „Hatten Sie in den letzten vier Monaten Sexualverkehr mit einem bisexuellen Mann?“ irritiert viele Menschen. Warum auch immer weniger Spender zum Termin Nachrodt kommen: Gisela Gundermann bittet um ehrliche Auskünfte. „Nur so können wir etwas ändern“, sagt Gisela Gundermann. 

Sie lädt alle Blutspender zu den beiden nächsten Terminen ein: am Mittwoch, 24. Juli, von 16 bis 19.30 Uhr ins katholischen Vereinshaus und am 7. August von 16.30 bis 20 Uhr ins Gemeindehaus Wiblingwerde. Dass der Wiblingwerder Termin nicht wie üblich eine Woche nach dem in Nachrodt stattfindet, liegt an Termin-Verschiebungen des Blutspendedienstes. 

Sorgenkind Lennehalle

In die Lennehalle können die Blutspende-Aktionen nicht umziehen. Der Vorraum der Lennehalle wird nicht fertig. „Ich erinnere in diesem Zusammenhang gern an den Berliner Flughafen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Das Leaderprojekt musste gestoppt werden. 

Für die Förderung war eine Nutzungsänderung erforderlich. Die wurde beim Märkischen Kreis beantragt, dort kam dann das Thema Brandschutz auf. „Da ist nicht alles so, wie man es sich wünscht“, sagt Dirk Röding. Die Lennehalle und die Feuerwehr nebenan müssen brandschutztechnisch voneinander getrennt sein. Das ist aber augenscheinlich nicht der Fall. 

Hinzu kommt, dass das Flachdach über dem Vorraum, den Toiletten und Umkleideräumen stark sanierungsbedürftig ist. „Wir müssen also mit dem Dach anfangen“, erklärt der Bauamtsleiter. Und weil die Feuerwehr einen großen Zulauf – auch von weiblichen Kräften – habe, müsse man auch für eine Verbesserung der Umkleideräume sorgen. Darum, sagt Dirk Röding, „wurde das Leaderprojekt erst einmal gestoppt“.

Rückmeldungen erbeten 

Gisela Gundermann hofft, dass Spender offen und ehrlich sagen, warum sie nicht mehr zum Blutspenden kommen und was sie stört. Sie wünscht sich Rückmeldungen unter der Telefonnummer 0 23 52/27 49 960. Auch die AK-Redaktion nimmt die Meinungen der Bürger gerne unter der Rufnummer 0 23 52/91 87 23 oder per E-Mail an ak-nachrodt@mzv.net entgegen.

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