Illegale Müllentsorgung ist ein leidiges Thema

An der K 24 zwischen Veserde und Hohenlimburg (l.) hat Förster Christof Schäfer im vergangenen Herbst Müllsäcke mit Steinwolle gefunden. - Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Ob als hässlicher Schandfleck in der Natur oder als ärgerliche Hinterlassenschaft an Straßenecken oder in Hinterhöfen – illegale Abfallbeseitigung stört nicht nur Auge und Nase, sie birgt auch Gefahren für die Umwelt. Für Förster Christof Schäfer ist sie ein leidiges Thema.

Erst kürzlich hat wieder ein Umweltsünder zugeschlagen und einen ausrangierten Kühlschrank am Kreinberger Weg einfach in die Büsche geworfen. „Leider haben wir damit immer wieder zu tun“, sagt Schäfer. Eine gewisse Resignation nicht nicht zu überhören. „Vielfach liegt der Müll an den viel befahrenen Straßen wie der K 24 oder der Brachtenbecke. Wo die Leute gut heranfahren und vielleicht auch noch kurz parken können, fliegt viel aus dem Auto“, hat der Forstbeamte festgestellt. Und da bleibt es längst nicht nur bei Verpackungen einer Fast-Food-Kette oder anderen Kleinigkeiten. Möbelstücke, Müllsäcke mit Dämmwolle und sogar einen ganzen Schaltschrank hat Schäfer in den vergangenen zwei bis drei Jahren schon in seinem Revier gefunden. Wenn der Förster solche Umweltsünden öffentlich macht, erhält er zwar manchmal den einen oder anderen Hinweis auf mögliche Verursacher. „Aber leider haben wir bisher noch niemanden überführen können“, bedauert Schäfer.

Auf den Kosten für die Entsorgung bleibt somit in aller Regel die öffentliche Hand und damit der Steuerzahler sitzen. Juristisch nennt sich so etwas „Ersatzvornahme“: Das Forstamt sammelt den im Wald abgelagerten Müll ein, die Gemeinde ist für die ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich.

Bleibt die Frage, warum der Abfall in zahlreichen Fällen in Wäldern, auf Äckern, an Straßenrändern oder auf Grundstücken illegal abgelagert wird. Für Dieter Pohl, Außendienstler beim Märkischen Kreis, ist das unverständlich: „Dafür gibt es eigentlich keinen Grund, da der Müll über die Städte und Gemeinden auf ordnungsgemäßen Wegen entsorgt wird.“ So können alle Beteiligte nur den Kopf schütteln über Menschen, die hohen Aufwand betreiben, um beispielsweise einen schweren Kühlschrank ins Auto zu wuchten, um diesen dann bei einer Nacht- und Nebelaktion los zu werden. Einfacher wäre da doch die Fahrt zum Bring- oder Recyclinghof, wo der Elektroschrott auch noch kostenlos abgegeben werden kann. In der Doppelgemeinde werden Elektrogroßgeräte sogar regelmäßig abgeholt – wer etwas los werden will, muss sich nur bei der Gemeinde melden.

Illegale Abfallbeseitigung kann dagegen ein teurer „Spaß“ werden. „Wer Müll außerhalb der zugelassenen Anlagen entsorgt, muss sich darüber klar sein, dass dies gleichermaßen Folgen für die Umwelt und für die Bürgerschaft haben kann“, erklärt die Kreisangestellte Volkmann von der Unteren Abfallbehörde. Für die Natur, falls etwa Schadstoffe in Luft, Wasser oder Boden austreten, für die Tiere des Waldes, die in Scherben treten, sich an Schnüren strangulieren oder in Behältern qualvoll ersticken – und für die Allgemeinheit. Denn die Kosten für die Abfallbeseitigung in den ungeklärten Fällen tragen der Kreis und die Kommunen sowie letztlich die Bürger als Gebührenzahler. Deshalb wird illegale Abfallbeseitigung auch mit einer Geldbuße geahndet, die bis zu 50 000 Euro betragen kann.  Die legale Abfallentsorgung ist dagegen nicht nur preiswert, sondern auch wesentlich bequemer.  - vg/pmk

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