Kotbeutel massenweise eingesteckt

Hundehaufen: Nachrodtern stinkt‘s gewaltig

Es geht um die Wurst: Ärgerlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden auf Wegen und Wiesen.
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Es geht um die Wurst: Ärgerlich sind die Hinterlassenschaften von Hunden auf Wegen und Wiesen.

An zig Stellen in Nachrodt und Wiblingwerde gibt‘s Boxen mit Hundekot-Beuteln. Ständig sind die Boxen leer. 60.000 Tüten werden pro Jahr verbraucht. Und trotzdem liegen überall ekelige Haufen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Hinter dem Gemeindehaus in Wiblingwerde, am Niggenhuser Hof, am Einsaler Kinderspielplatz, aber „auch am Waldlehrpfad liegen dicke Bollermänner“, sagt Mark Wille und findet damit eine etwas angenehmere Bezeichnung für Hundehaufen. Über die Tretminen allerorts regt sich der Wehrleiter auf. Und mit ihm etliche andere Bürger.

Das Gassigehen ohne sich um die Hinterlassenschaften der Hunde zu kümmern hat augenscheinlich wieder Überhand genommen. Dabei gibt es seit acht Jahren allerorts Spenderboxen mit Hundekot-Beuteln in der Doppelgemeinde. Nur: Besagte Beutel verschwinden gern in Massen in den Taschen einiger Leute.

„Anwohner ziehen sich rollenweise Tüten“

„Anwohner, die in direkter Nachbarschaft zu den Boxen wohnen, ziehen sich rollenweise die Tüten. Ich bestücke die Boxen und am nächsten Tag sind sie leer“, sagt Sabine Karisch, die sich als Patin um eine Belloo-Box mit Hundekotbeuteln kümmert..

Die Hundekot-Tüten sind für Spaziergänger, die die eigenen Mülltüten vergessen haben, nicht aber für alle Hundebesitzer zur freien Bedienung gedacht. Fakt ist: 60 000 Beutel gehen im Jahr in Nachrodt-Wiblingwerde weg wie warme Semmel. Kosten: 500 Euro, die zum Teil durch Spenden finanziert werden.

„Manche Leute erreichen wir nicht“

Es ist der Heimat- und Verkehrsverein, der sich darum kümmert. Reinhard Ittershagen führt Buch darüber. Die Aktion mit den Belloo-Boxen fällt unter die Pflege der Wanderwege, „und die Wanderwege sind Bestandteil unserer steuerlichen Förderung“, sagt Reinhard Ittershagen.

Belloo-Boxen gibt es fast überall. „Aber selbst, wenn man alle paar 100 Meter eine Box aufstellen würde, würde man manche Leute nicht erreichen“, sagt Reinhard Ittershagen. Dabei stinken die Häufchen zum Himmel. Eine Tatsache, die Klaus-Peter Gutheil vom Heimat- und Verkehrsverein (HVV) vor vielen Jahren dazu veranlasste, als erste Initiative einen großen Zettel in Wiblingwerde aufzuhängen mit Hinweispfeil auf entsprechende Haufen.

Haufen auf Baumstämmen drapiert

„Aus dieser Idee ist der Gedanke entstanden, Hundetüten anzuschaffen“, erzählt Reinhard Ittershagen und ergänzt: „Mit der Gemeinde ist es so abgestimmt, dass in der Nähe der Boxen auch immer Mülleimer sind, die regelmäßig geleert werden.“ So können die Häufchen-Tüten fachgerecht entsorgt werden.

Dass einige „Spaßvögel“ volle Beutel auf Baumstämmen drapieren, hat Mark Wille jetzt gesehen. „Das muss nicht sein“, findet er. Und auch Siegfried Kruse, Mitglied im Heimat- und Verkehrsverein und selbst Hundebesitzer, kann nicht nachvollziehen, dass Herrchen und Frauchen nicht selbstverständlich immer eigene Beutel in der Tasche haben, um die Hinterlassenschaften entsorgen zu können. Theoretisch brauche man also keine Belloo-Boxen, wenn sich jeder Hundebesitzer selbst kümmern würde.

Paten kümmern sich um Boxen

Am Nachrodter Feld, am Tennisheim, an der Schmalsgotte, am Amtshaus, am Lohhagen, am Waldkindergarten und an vielen anderen Stellen sind die Bello-Boxen gut sichtbar angebracht. Und für alle Boxen gibt es Paten, die einen Blick darauf haben und die sie nachfüllen. Sonja Kalthoff ist das zum Beispiel oder Sabine Karisch, die auch die Bestellung der Tüten übernimmt.

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