Mit allen Sinnen: DRK-Hundebesuchsdienst im Perthes-Haus

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Anneliese Thomanek (links) gibt Maja ein Leckerchen. Regina Stiller erzählt derweil aus dem Alltag mit der Hündin. ▪

NACHRODT ▪ Irmgard Wenzel hält ein Käsestückchen in die Höhe. „Hmm, das schmeckt“, sagt sie lächelnd und Hugo, der Hund von Anke Hohage, bleibt ganz ruhig und wartet geduldig auf das Leckerchen. Genau diese Vertrautheit zwischen Mensch und Tier ist ein Ziel des DRK-Hundebesuchsdienst im Perthes-Haus Nachrodt.

Einmal im Monat kommen einige Hunde mit ihren Besitzern in das Seniorenheim. Silke Mangels, Sozialdienstleiterin, bezeichnet den Hundebesuchdienst nach fünf Jahren als „Erfolgsgeschichte“. Dabei erleben die Bewohner den Hundebesuch, je nach Persönlichkeit und Erkrankung, ganz individuell.

Der Kontakt zum Hundebesitzer ist bei orientierten Bewohnern sehr wichtig. Oft entstehe dann ein reges Gespräch zum Beispiel über den Umgang mit dem Hund im Alltag, so Silke Mangels. Kognitiv beeinträchtigte Bewohner erfahren den Hundebesuch mit allen Sinnen. Im geschützten Rahmen – zum Beispiel auf dem Zimmer – können sie sich ganz auf den Hund einlassen. Dann heißt es Fühlen (Streicheln), Riechen und Beobachten. „Bewohner, die eher verschlossen sind, leben während des Hundebesuchs sichtlich auf“, weiß Silke Mangel aus Erfahrung. Auch Anneliese Thomanek hat mit Maja viel Spaß. Ihre Besitzerin, Regina Stiller, reichte Leckerchen und erzählte von der lebhaften Hündin.

Der Hundebesuchsdienst des DRK entstand vor etwa fünf Jahren aus der Rettungshundestaffel. Mittlerweile ist die Gruppe eigenständig innerhalb des Roten Kreuzes. Unter Leitung von Anke Hohage sind acht Mensch-Hund-Pärchen regelmäßig dabei. Um den Besuchsdienst in Pflegeheimen auch künftig aufrecht zu erhalten, sucht die Gruppe aber noch weitere Unterstützer. Wer mit seinem Hund dabei sein möchte, kann sich bei Anke Hohage unter Tel. 0151/22 90 27 33 melden.

In Nachrodt ist der Hundebesuch schon eine Institution. Und nicht nur die Senioren blühen auf, „auch die Hunde und Hundeführer wachsen daran“, betont Anke Hohage. ▪ David Schröder

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