Königspudel Lenni

Dieser Hund soll sterbenden Menschen Freude bereiten

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Königspudel Lenni soll bald Sterbende begleiten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Lenni ist ein Königspudel, knapp zwei Jahre alt - und soll Sterbenden im Hospiz ein wenig Freude bereiten. Er startet jetzt eine Ausbildung zum Therapiehund.

Lenni ist ein Jahr und neun Monate alt. Eigentlich heißt er Akashi und ist ein reinrassiger Königspudel, obwohl er ein bisschen wie ein Labradudel aussieht. Groß, schlank, braun-weißes, kuscheliges Fell und den treuesten Hundeblick aller Zeiten, gewinnt er schnell die Herzen. 

„Weil ich von Anfang an vor hatte, mit ihm Hospizarbeit zu machen, musste er einen ganz einfachen Namen bekommen, damit sich den auch Kinder oder ältere Menschen merken können“, erzählt Christiane Lange, warum sie ihren Hund Lenni taufte. 

Die Wiblingwerderin ist Sterbebegleiterin, hat die Ausbildung bei den Johannitern in Letmathe gemacht. Eine Aufgabe, die nicht jeder kann. Und der sich auch nicht jeder gewachsen fühlt. „Als meine Mama ins Krankenhaus und anschließend ins Pflegeheim kam, habe ich festgestellt, dass ich super gut mit alten Menschen umgehen kann. Nicht nur mit meiner Mama. Drei Monate war ich jeden Tag da. Dann ist meine Mama in November gestorben, und im Januar war in der Zeitung ein kleiner Bericht, dass ehrenamtliche Sterbebegleiter gesucht werden. Da habe ich sofort angerufen“, erzählt Christiane Lange. 

Ausbildung in Recklinghausen

Im Moment begleitet sie ein Ehepaar in einem Altenpflegeheim. Die Frau ist schwer an Alzheimer erkrankt, der Mann hat COPD und Parkinson. Auch eine Langzeitbegleitung von einem Kind im Alter von zwei Jahren gehörte schon zu ihren Aufgaben. 

Dass Christiane Lange bald Lenni in ihre ehrenamtliche Arbeit einbinden kann, ist die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Und dafür nimmt die UWG-Ratsfrau durchaus einige Strapazen in Kauf, denn die Ausbildung für das Team Christiane/Lenni ist in Recklinghausen im Verein „Hunde streicheln Herzen“.

Dort hat Lenni die Eignungsprüfung mit Bravour bestanden. Dabei ging es vorrangig um sein Verhalten mit anderen Hunden und mit anderen Menschen, aber auch um Gehorsam. „Nur Apportieren mag er nicht so gern“, schmunzelt Christiane Lange, die mit ihrem Vierbeiner auch in der Rettungshundestaffel MK arbeitet. 

Ein Herz und eine Seele sind Lenni und Christiane Lange.

Die Schulung mit dem Schwerpunkt Hospiz startet für sie am 29. September und beinhaltet insgesamt fünf Module. Da geht es unter anderem um die Grundlagen der tiergestützten Aktivität, das Erkennen der Stress- und Beschwichtigungssignale des Hundes und um die Mensch-Tier-Beziehung. Es gibt Lerntagebücher und Trainingsdokumentationen. Am Ende steht eine Prüfung, wobei im praktischen Teil die Interaktion der Mensch-Hund-Teams im Fokus steht. 

Hunde urteilen nicht

Darüber hinaus wird die Fähigkeit geprüft, die Stresssignale und das Stressverhalten des Hundes zu erkennen. Das Ende der Ausbildung ist der Anfang für Lenni in der Begleitung für Menschen, die sich „auf den Weg machen“. Das ist nicht unbedingt die letzte Lebensphase. Hunde beurteilen weder Verhalten noch Leistungsfähigkeit. 

Sie können Wärme, Geborgenheit und ein Gefühl des Verstandenseins vermitteln. Es ist durchaus die Freude an dem Moment der Begegnung, die Kranke, Schwerkranke und Sterbende erfahren.

Therapiehunde hellen Stimmung auf

Die Tiere stellen auch in der Therapie von Demenzkranken einen großen Nutzen dar. Ihnen fällt der Kontakt zu einem Therapiehund oft leichter als die Interaktion mit Menschen. Die bloße Anwesenheit der Tiere hellt ihre Stimmung auf. 

Aber auch für den Hund ist diese Arbeit anstrengend, und so braucht er Pausen und kann nicht stundenlang neben einem Bett sitzen. Um die Ausbildung machen zu können, ist Christiane Lange in den „ Verein Hunde streicheln Herzen“ eingetreten. „Ich hoffe, dass der Verein mit den Johanniter vielleicht eine Kooperation eingehen wird, sodass ich in der Umgebung hier eingesetzt werden kann."

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