Hüter der 100 Herbergen: Wolfgang Funnemann sammelt und gestaltet Krippendarstellungen

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Alles selbstgemacht: Wolfgang Funnemann liebt vor allem schlichte Krippendarstellungen. Naturmaterialien verwendet er am liebsten.

Nachrodt-Wiblingwerde - Auffallend an Wolfgang Funnemanns umfangreicher Krippensammlung ist, dass sich in jüngerer Zeit immer mehr kindgerechte Motive darin wiederfinden. Das hat natürlich mit einer schönen Entwicklung zu tun, denn seit Enkel Samuel auf der Welt ist, hat sich der stolze Großvater ein bisschen umgestellt.

Die Liebe zur Krippe ist damit in die dritte Generation übergeschwappt. Sohn Michael und Tochter Kathrin waren schon von kleinauf große Krippenfans und jetzt wird es langsam auch der zweijährige Samuel. „Manch schönes Stück fertige ich deshalb auch drei mal an, damit auch die Haushalte der Kinder versorgt sind“, berichtet der 72-Jährige lachend. Denn das Selbstgestalten von Krippen macht dem Sammler immer noch am meisten Spaß. Ohne Zange und Eimerchen geht der Nachrodter deshalb auch nie spazieren. Findet er ein dekoratives Geäst, frisches grünes Moos oder wie erst am Wochenende einen riesigen Pilz, findet alles Verwendung. „Aus dem mache ich eine Schwammerlkrippe!“ freut sich Wolfgang Funnemann. 

Ist der prächtige Hut erstmal getrocknet, wird er ihn an der Wand befestigen und mit Figuren bestücken. Ein solch seltenes Arrangement fehlt noch in der Funnemannschen Sammlung. „Über 100 Krippen werden es mittlerweile sein“, schätzt der Sammler und Gestalter. Die liebste ist ihm eine Strandgut-Krippe mit Fundstücken von der Insel Spiekeroog. „Ich liebe schlichte, ursprüngliche Krippenmotive“, erklärt Wolfgang Funnemann, der sich im Haus ein Klüngelzimmer eingerichtet hat, um zu sägen, zu formen und zu gestalten. Was nicht heißen soll, dass nicht auch prunkvolle Darstellungen zu seiner Sammlung gehören. Eine besonders großformatige Szenerie findet im Advent stets einen Ehrenplatz im Wohnzimmer.

Im Advent sind Maria und Josef noch auf Wanderschaft. Im Stall von Bethlehem kommt das heilige Paar erst an Heiligabend an. Diese besonders schöne Krippe hat einen Ehrenplatz im Wohnzimmer von Margret und Wolfgang Funnemann.

 In dieser Krippe ist allerdings Bewegung, denn die heilige Familie ist schließlich noch auf Wanderschaft und sie erreicht den Stall erst an Heiligabend. Hingucker sind die Schaulustigen in dieser Szene, darunter auch der Heilige Franz von Assisi. Im Nebenraum des Stalls liegt eine Miniaturbibel auf dem Tisch, darüber hängt ein Kruzifix. „Von historischer Korrektheit bin ich längst weg, seitdem ich Krippen aus aller Welt gesehen habe“, erklärt Funnemann, der seinen Protagonisten sogar ein komfortables Toilettenhäuschen gegönnt hat. Ein besonders außergewöhnliches Stück in seiner Sammlung ist ein Krippenkreuz aus Haiti, das Geburt und Sterben Christi in einer farbenfrohen Darstellung vereint. „Bethlehem ist überall“, erklärt Wolfgang Funnemann, weshalb es kein Richtig und kein Falsch in der Gestaltung gibt. Berühmt ist schon seine Heimatkrippe mit Drahtrollen und Nachrodter Häusern im Hintergrund. 

Dazu gesellen sich Krippen aus Oberammergau, Südtirol, dem Erzgebirge, Böhmen, den Philippinen, Kap Verde, Afrika, Frankreich, USA, Peru, Chile, Italien und dem Heiligen Land. Dem praktizierenden Katholiken ist natürlich wichtig, wofür die Krippe steht und das nicht nur an Weihnachten. Er freut sich aufs Fest, wenn die ganze Familie zusammenkommt an einem großen, fein geschmückten Baum und bei Kerzenschein. „Die Krippen sind dann das i-Tüpfelchen. Das schönste ist, dass wir als Familie beieinander sein können.“

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