Arche sucht händeringend Unterstützung/ Begleitung auf dem letzten Weg/ Nachfrage ist groß

Hospizbegleiter für Nachrodt gesucht

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Die Ausbildung zum Hospizhelfer beginnt am 17. Februar.

Nachrodt-Wiblingwerde - Darf man Witze über den Tod machen? Oder ist das Thema so ernst, dass jedem das Lachen im Halse stecken bleibt?

„Ich habe meinen Kindern gesagt, dass ich keine öffentliche Beerdigung will. Aus Angst vor den Jacob Sisters! Mit ihren komischen Pudeln zerstören sie doch jede Atmosphäre“, hat Rudi Carrell gemeint.

Doch die meisten Menschen vermeiden das Thema. Und wenn sie gefragt werden, dann möchten sie am liebsten zu Hause sterben, sechs Prozent im Krankenhaus oder Pflegeheim. 16 Prozent im Hospiz. Sterben. 

Nachfrage nach Hospizhelfern ist groß

An dieser Stelle setzt die Arbeit der Arche ein, die in Halver, Schalksmühle, Neuenrade, Altena, Werdohl und Nachrodt im vergangenen Jahr 86 Begleitungen übernommen hat – und jetzt händeringend Hospizhelfer für Nachrodt-Wiblingwerde sucht. 

Die Arche Lüdenscheid ist ein gemeinnütziger Verein mit mehreren ambulanten Hospizgruppen im Märkischen Kreis. „Den Sterbenden und seine Angehörigen umsorgen zu dürfen, ist ein Geschenk, eine segensreiche Aufgabe“, sagt Ute Gall, die gemeinsam mit Christine Hüsken und Annette Voß die Arche leitet. 

Und die Nachfrage ist groß – besonders auch in Nachrodt-Wiblingwerde. „In den Altenhilfeeinrichtungen gibt es aktuell sechs Bewohner, die keinen Hospizbegleiter haben und noch allein sind“, sagt Ute Gall. 

„Wir haben mit dem Pertheswerk eine Kooperationsvereinbarung“, erzählt Ute Gall. Seit dem vergangenen Jahr müssen Altenhilfeeinrichtungen einen Nachweis für eine solche Kooperation erbringen, um eine ehrenamtliche Begleitung zu ermöglichen. 

Die kleine Ortsgruppe der Arche in Nachrodt hatte sich aus der Hospiz-Gruppe gebildet, die Pastor Kube ins Leben gerufen hatte. Die wenigen Ehrenamtlichen „schlüpften“ unter das Dach der Arche, die jetzt sehr gern weitere Menschen motivieren möchte, die wichtige Arbeit der Begleitung zu übernehmen. 

Ausbildung beginnt am 17. Februar 

Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Hospizhelfer beginnt am 17. Februar kommenden Jahres, dauert bis zum 18. November und findet im Martinushaus in Lüdenscheid statt. Dann geht es auch um ganz praktische Dinge, kleine Handlings. Wie richtige ich jemanden auf? Aber es geht auch um Rituale, um Ängste, Erfahrungen, Spiritualität, Nähe und Distanz, die Reflexion des eigenen Lebens, Kommunikation, Umgang mit Demenz, Selbstfürsorge, aber auch Biografiearbeit. 

„Meistens ist es so, dass die Gruppen sehr eng zusammenwachsen“, sagt Ute Gall. Nach der Ausbildung treffen sich die ehrenamtlichen Begleiter einmal im Monat in Altena. Man werde mit der Aufgabe nicht allein gelassen. Anette Voß ist für die Begleiter in Altena, Nachrodt und Neuenrade zuständig und auch zwischendurch stets Ansprechpartnerin. 

Die Begleitung auf dem letzten Weg ist nicht nur für die Menschen in den Altenhilfeeinrichtungen gedacht, „sondern wir wünschen uns auch mehr Begleitungen zu Hause, genau dort, wo die Menschen gern sein möchten. Wenn die Familien den Wunsch haben, jemanden an ihrer Seite zu haben, dann helfen wir mit der Organisation und sind mit vor Ort“, sagt Ute Gall. 

Gesucht werden Männer und Frauen aus Nachrodt

Gesucht werden also Männer und Frauen aus Nachrodt-Wiblingwerde, die sich diese wichtige Aufgabe zutrauen. Im Moment gibt es nur vier Hospizmitarbeiter in der Doppelgemeinde. Für die Teilnehmer des Kurses entstehen Kosten in Höhe von 50 Euro. Als Dank für die ehrenamtliche Arbeit werden ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier ausgerichtet. 

Alteneinrichtungen, Palliativstationen oder Privatpersonen können sich bei der Arche melden, wenn sie einen Angehörigen haben, der auf seinen letzten Lebensabschnitt zugeht. Nach einem Erstbesuch wird entschieden, welcher Ehrenamtler eingesetzt wird. 

„Die Arbeit der hauptamtlichen Arche-Mitarbeiter ist es, die Angehörigen in ihrer Trauer zu beraten, die Beerdigung zu besprechen. „Vielen Familien ist es ganz wichtig, in Ruhe Abschied zu nehmen, da gilt es die Angehörigen zu entschleunigen“, erzählt Ute Gall. Kontakt: Die Arche Lüdenscheid e.V., Graf-von-Galen Straße 6, Telefon: 02351 / 90 52 80, Mail: kontakt@arche-luedenscheid.de

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