Bienen verweigern die Arbeit

Leer: Fritz Haßler mit seinen Honigwaben.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Hobby-Imker Fritz Haßler wirkt nicht gerade glücklich. Genau genommen hat der Einsaler auch keinen Grund dazu. Denn seine Bienenvölker halten sich in diesem Jahr – was die Produktion von Honig anbelangt - mehr als nun bedeckt. „Meiner Meinung nach“, so Haßler, „hat das mit dem lange Zeit schlechten Wetter zu tun.“ Zumindest findet er keine andere Erklärung.

Nicht nur seine Bienen, sondern auch die anderer Imker haben ihre Stöcke während der Regentage in den vergangenen Wochen kaum verlassen. Das hat natürlich auch einen Grund: Ein Wassertropfen, den größere Lebewesen bestenfalls als lästig empfinden, könnte für eine Biene durchaus tödlich sein. Also lassen die Insekten Vorsicht walten, und wirkliche Sicherheit vor dem Regen gibt es letztlich nur im Bienenstock. Das hat natürlich gleichzeitig zur Folge, dass die Tiere kaum noch Nahrung zu sich nehmen können. Ihr Energiehaushalt ist daher gestört, die Honigproduktion auf ein Minimum beschränkt.

„Normalerweise“, so Haßler, „hätte ich in diesem Monat schon die zweite Honigernte einfahren können.“ Bislang jedoch ist es bei der ersten geblieben. Und die fiel schon ziemlich mager aus. Der Imker überlegt daher, ob er überhaupt noch einmal ernten sollte. „Ich werde den Honig wohl besser den Bienen überlassen, damit sie überleben können.“

Haßler kann sich nicht erinnern, jemals einen solch schlechten Ertrag wie in diesem Jahr erzielt zu haben. Er könne nur auf einen besseren Sommer im nächsten Jahr hoffen. „Die Bienen leiden ja auch unter dem schlechten Wetter“, sagt er. Und das führe letztlich auch dazu, dass eine Bestäubung der Pflanzen nur eingeschränkt möglich sei. Das wiederum habe zur Folge, dass der Pflanzenwuchs zurückgeht.

„Ich habe einen Kirschbaum im Garten“, erklärt Haßler, „der blühte zunächst auch wirklich gut“. Doch bedingt durch das schlechte Wetter der vorangegangenen Wochen sei die Bestäubung durch seine Bienen ausgeblieben. Der Imker schildert die Konsequenzen: „Der Baum trug in diesem Jahr nicht eine einzige Kirsche“.

Vielleicht wird es ja im nächsten Jahr besser. Haßler jedenfalls wünscht sich das. Denn die Bienen seien in der Natur dafür verantwortlich, dass alles wächst, blüht und gedeiht. Das hat in diesem Jahr nicht so richtig geklappt.

„Aber noch so ein schlechtes Jahr werden wir wohl hoffentlich nicht noch einmal haben“, wünscht sich der Hobby-Imker und steht damit wahrlich nicht allein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare