1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Plan F für die Sportlerumkleiden

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Bauingenieurin Simone Groß berichtet von den Plänen für den Umbau der Umkleideräume unter der Turnhalle.
Bauingenieurin Simone Groß berichtet von den Plänen für den Umbau der Umkleideräume unter der Turnhalle. © Fischer-Bolz, Susanne

Wenn Träume zerplatzen: So könnte man das Thema „Sanierung der Sportlerumkleiden der Turnhalle Holensiepen“ zusammenfassen. Die heiß ersehnte Förderung über den „Investitionspakt Sportstätten“ und der Städtebauförderung kommt augenscheinlich nicht. Bürgermeisterin Birgit Tupat hat die Hoffnung aufgegeben. Aber es gibt doch Hoffnung, eine Lösung und neue Pläne.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Gemeinde will den Kraftakt selbst stemmen und zaubert für die Umkleiden am Holensiepen unter der Turnhalle einen Plan F aus dem Ärmel. Denn tatsächlich: Fünf verschiedene Anläufe und Ideen für die Umgestaltung gab es schon. Nummer sechs soll es nun werden. Und es klingt vielversprechend, wenn auch abgespeckt.

Schön ist anders

Ein Blick auf die Ist-Situation. Wer unten von der Seite des Osterfeuerplatzes die Räume betritt, braucht nur wenige Sekunden, um die Lage zu erkennen: Kreuz und quer gibt es lieblos alles, was man als Sportler so braucht oder manchmal auch nicht. Kühlschränke, Getränkekisten, Pokale, abgewetzte Sitzgelegenheiten, Kochtöpfe, Kuchen-Transporthauben. Insgesamt sind unter der Turnhalle sieben Räume. Vorsichtig formuliert: Schön ist anders. Allerdings gab es in der Vergangenheit für die Fußballer der SpVgg Nachrodt auch wenig Freude an den Begebenheiten. Umkleiden oder duschen? Unmöglich. Ständig musste und muss improvisiert werden.

Sanierung im Bestand

Die Bereiche vorne, vom Parkplatz aus gesehen, wurden vollständig entkernt. Bei den Arbeiten waren Risse an den Wänden entdeckt worden. Zudem kippte die Außenwand nach außen weg. Und nun? Geplant ist eine Sanierung im Bestand. So können zwei Räume als Umkleide und Duschbereiche hergerichtet werden – so unter anderem in der ehemaligen Sauna. „Die Pläne sollen im nächsten Planungs-, Bau- und Umweltausschuss vorgestellt werden“, sagt Bauingenieurin Simone Groß. Für zwei Mannschaften könnte es also jeweils Umkleiden, zwei Duschen und zwei Toiletten geben. Zudem ist ein Schiedsrichterraum mit Dusche vorgesehen. Der Kraftraum soll erhalten bleiben, „eventuell wird er anders aufgeteilt“, erzählt Simone Groß. Und von außen zugänglich soll eine Behindertentoilette eingerichtet werden. Die müsste allerdings unisex sein, sonst reicht der Platz vorne und hinten nicht. Man benötigt etwas Fantasie, um sich die endgültige Lösung vorstellen zu können.

Die Aufenthaltsräume unter der Turnhalle werden ganz neu gestaltet.
Die Aufenthaltsräume unter der Turnhalle werden ganz neu gestaltet. © Fischer-Bolz, Susanne

Gewünscht waren eigentlich vier Umkleideräume, damit es einen reibungslosen Ablauf an Samstagen im Jugendbereich mit bis zu acht beteiligten Mannschaften hätte geben können. Und auch im Seniorenbereich sind an Sonntagen mit zwei Spielen vier Mannschaften vor Ort. „Aber das wäre nur mit einem Anbau möglich gewesen“, so Simone Groß.

„Box im Raum“

Realisiert wird die Sanierung aller Räume unter der Turnhalle Holensiepen jetzt auch teilweise mit Umkleidekabinen als „Box im Raum“. Dies habe den Vorteil, dass man Plattensysteme montieren und auch abnehmen könnte, „sodass wir nicht das komplette Mauerwerk verändern müssen“, sagt Simone Groß. „Wir versuchen mit dem, was da ist, klarzukommen, weil wir ja auch die Statik berücksichtigen müssen“, so die Bauingenieurin. Als Notlösung würde sie das Vorhaben übrigens nicht bezeichnen. „Es ist eine kleinere Variante“, meint Simone Groß. Die Pläne erstellt nun das Ingenieurbüro von Holger Selve. Das Planungs- und Sachverständigenbüro von Markus Höck kümmert sich um das energetische Konzept. Es gibt zukünftig ein Blockkraftwerk für das Gartenhallenbad, von dem auch der ganze Komplex der Turnhalle versorgt werden soll.

„Zusehen und Gas geben“

Eine Umsetzung bis Mitte 2023 ist realistisch, wenn die notwendigen Beschlüsse kurzfristig im Bauausschuss und Rat gefasst werden. Die Mitglieder des Rates waren bereits in der letzten Sitzung durchweg positiv gestimmt. Bei jeder Sportstättenbegehung würden die Räume jetzt als Schandfleck auftauchen, meinte Sonja Hammerschmidt (UWG) und sprach sich für einen neuen Weg aus, ebenso wie SPD und CDU. Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU: „Es ist wichtig, dass wir kurzfristig eine Lösung finden, da wir in Nachrodt ja nicht so ein großes Vereinsangebot wie in einer Großstadt haben. Deswegen wäre es gut, wenn für Schüler und Sportler wieder die Möglichkeit zum Umkleiden und Duschen geschaffen werden. Wichtig ist aber auch, dass Gespräche mit den Sportvereinen geführt werden.“ Letzteres ist wohl selbstverständlich. Für Bürgermeisterin Birgit Tupat heißt die Devise jetzt: „Zusehen und Gas geben, dass wir nach den Beschlüssen ausschreiben und die Firmen bekommen.“

Auch interessant

Kommentare