Hohe Waldbrandgefahr:  Feuerwehr in Alarmbereitschaft 

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Zu eng für die Feuerwehr: Gerne parken Wanderer am Waldweg Brachtenbeck unterhalb vom Grennigloh – und blockieren so den Weg für Rettungsfahrzeuge.

Nachrodt-Wiblingwerde – Käfer, Trockenheit, Corona, Brandgefahr: Im Wald gibt's viele Probleme. Und eine große Gefahr, an der Spaziergänger schuld sind.

Die Lage vieler Waldbesitzer ist angespannt. Angst und Resignation machen sich breit – mit Folgen für die gesamte Gesellschaft. „Es ist das dritte trockene Jahr in Folge. Die Ausfälle sind enorm. Wir kämpfen immer noch gegen den Borkenkäfer. Gleichzeitig haben Neuanpflanzungen durch Trockenheit und Schädlinge fast keine Chance. Das führt dazu, dass viele Waldbesitzer Aufforstungen scheuen. Aber wir brauchen auch in Zukunft vorratsreiche Wälder, die viel CO2 speichern“, erklärt Revierförster Christof Schäfer die Problematik. 

Birken- und Eschenwälder könnten diese gesellschaftliche Aufgabe nicht erfüllen. „Die Bereitschaft bei den Waldbauern ist aktuell nicht da. Alle wollen erst einmal abwarten. Die Verluste in der Vergangenheit waren zu groß“, sagt der Experte. 

Problem mit staatlichen Zuschüssen

Auch die staatliche finanzielle Förderung für die Anpflanzung von Mischwäldern habe Nachteile. Die Zweckbindungsverpflichtung sei so hoch, dass die komplette Summe zurückgezahlt werden muss, wenn die Anpflanzung nicht gelingt, weil sie beispielsweise vertrocknet. „Der Waldbesitzer hätte dann quasi doppelten Schaden. Den Verlust der Pflanzen und er müsste zugleich die Förderung zurückzahlen und bliebe somit alleine auf den bis dahin anfallenden Kosten sitzen“, erklärt der Förster. 

Corona entspannt die Lage im Wald nicht. Im Gegenteil. Es wächst die Angst vor Waldbränden. „Das Risiko ist derzeit extrem. Zum einen durch die Trockenheit und zum anderen natürlich durch die vielen zusätzlichen Menschen im Wald“, erklärt Schäfer.

Schwieriger Zugang zu Gefahrbereich

Daher habe ein Treffen mit Kreisbrandmeister Michael Kling stattgefunden. Forst- und Feuerwehrexperten schauten sich besonders gefährdete Bereiche an. „Wir haben hier unterhalb des Sassenscheids in Richtung Knerling eine große Fläche mit trockenem Käferholz. Die Zufahrt ist nur sehr schwer möglich“, sagte Schäfer. 

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Gemeinsam wurde überlegt, wie die Fahrzeuge im Ernstfall dorthin kommen und wo das Löschwasser her kommen könnte. 

Coronavirus in Nachrodt: Wanderer parken Rettungswege zu

Ein Problem seien die vielen Wanderer und Radfahrer. Sie nutzen nicht immer die zahlreichen Wanderparkplätze, die es gerade im Höhengebiet gibt, sondern parkten gerne auch an den Waldwegen. „Ein Feuerwehrauto ist 2,55 Meter groß. Wie soll das im Fall eines Brands dort vorbei passen? Selbst wenn ganz am Rand geparkt wird, reicht der Platz nicht. Das sollte jeder bedenken, der derzeit am Wald parkt“, mahnte Schäfer zur Vorsicht. 

Probleme gibt es beispielsweise immer mal wieder im Bereich der Brachtenbeck, der Brenscheider Mühle und am Salzlager zwischen Rennerde und Nachrodt.

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