Für die „Langen“ reicht keine Leiter

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Küster Peter Frassek benötigte tatkräftige Hilfe für die Aufstellung der großen Weihnachtsbäume.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Wer hat den größten Tannenbaum der Welt? Dortmund oder Herne? 45 Meter hoch ist das Prachtstück auf dem Cranger Kirmesplatz, 80 Tonnen schwer. In Dortmund bilden 1700 Rotfichten den Tannenbaum aller Tannenbäume – ebenfalls 45 Meter hoch und mit einem vier Meter hohen und 200 Kilogramm schweren Engel auf der Spitze. Da kann keine Stadt drumherum mithalten. Aber: Die größten Bäume hier können immerhin allein stehen – und benötigen keine aufwendigen Stahlkonstruktionen im Inneren. Dafür ist aber meistens bei sieben bis acht Metern Schluss.

 In den Kirchen in Lasbeck, in der Grüne, in Wiblingwerde, in Nachrodt, in den Empfangsräumen großer Firmen in Nachrodt und vielen anderen Städten des Kreises, als Blickfang auf dem Kreisel in Altena und auf dem Weihnachtsmarkt: Allerorts stehen die großen Nordmanntannen. Und sehr oft sind sie vom Hof Tacke.

 Die Samen kommen aus Russland

20 Jahre sind die Bäume gewachsen, um dann in aller Schönheit zu erstrahlen. „Wenn man sie lässt, könnten sie bis zu 30 Meter hoch werden“, erzählt Karl-Heinz Tacke. Auf dem Tannenhof am Hallenscheid gibt es einen eigenen Bereich in der Kultur, in der die großen immer größer werden dürfen. Die Samen für die Bäume kommen übrigens größtenteils aus Russland. „Dort gibt es Leute, die in die Bäume klettern und die Zapfen mit den Samen pflücken“, erzählt Karl-Heinz Tacke.

Der Samen wird getrocknet, der beste aussortiert und dann nach Deutschland geliefert, wo der Samen in die Erde gebracht wird. „Wenn der Samen ausgesät wird, ist es wichtig, dass zwei Zentimeter Sand darübergelegt wird.“ Die Samen der russischen Bäume seien übrigens recht frostsicher, was man von der Saat aus der Türkei nicht unbedingt sagen könne. „Es gibt so viele Herkünfte, ähnlich wie bei Kartoffeln. Das ist ein Thema, mit dem man sich intensiv beschäftigen muss“, sagt Karl-Heinz Tacke.

Wenn ein großer Baum, der viele Jahre am Hallenscheid in den Himmel wuchs, zum Weihnachtsfest erstrahlen soll, muss er erst einmal geholt werden. „Das geht nur mit einem Trecker und Frontlader“, sagt Karl-Heinz Tacke.

Nadelige Schönheit ist ohnehin nicht krumm

 Auf dem Hänger gucken „die Langen“ dann mit Vorliebe über den „Abhang“. Und am Bestimmungsort angekommen, müssen mindestens vier, fünf Mann Hand an die Nordmanntanne legen. Das Aufstellen eines so großen Baumes ist eine Kunst für sich. Zwischen 180 und 250 Euro kostet die nadelige Schönheit bei dieser Größe. „Je nachdem, wie schön sie gewachsen ist“, sagt Karl-Heinz Tacke. Aber krumm sei ohnehin kein Baum. Im Frühjahr müssen die Weihnachtsbaumanbauer gucken, dass die großen Bäume fürs nächste Jahr nicht so nah zusammen stehen. „Für die nächsten zwei, drei Jahre haben wir noch genug“, sagt Karl-Heinz Tacke.

An die 30 große Bäume wurden in diesem Jahr vom Hof Tacke ausgeliefert. Privatleute bevorzugen eher die Standard-Weihnachtsbaumgröße, die gut ins Wohnzimmer passt. Wobei die Frage nach dem Tannenbaum auch jedes Jahr die Geister scheidet. Frauen mögen oft gern die „knubbeligen“.

Übrigens: In der Kirche St. Josef wurden jetzt zwei große Bäume aufgestellt. Küster Peter Frassek suchte dafür die Hilfe von Johannes Fischer. Fünfeinhalb Meter hoch dürfen die Bäume in der katholischen Kirche sein – aufgrund des Gewölbes keinen Zentimeter höher. In der Kirche St. Matthäus in Altena können die Weihnachtsbäume dagegen gut und gerne 6,30 Meter erreichen. „Umgekippt ist in all den Jahren noch keiner“, schmunzelt der Küster, der sich seit 20 Jahren kümmert. Geschmückt werden die Bäume, die bis zum 6. Januar erstrahlen, übrigens nicht mit Kugeln, sondern gern mit vielen Lichterketten und Strohsternen.

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