Für Kinder und Erwachsene mit auffälligem Verhalten

Tierisches Angebot auf dem Bauernhof

Offen und zutraulich: Die kleine Alexandra Malkus, Tochter von Hofbesitzerin Geraldine Hegemann, mit den Alpakas auf der Wiese. am Hof Hegemann in Wiblingwerde
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Offen und zutraulich: Die kleine Alexandra Malkus, Tochter von Hofbesitzerin Geraldine Hegemann, mit den Alpakas auf der Wiese. am Hof Hegemann in Wiblingwerde

Etwas Besonderes bietet der Hof Hegemann mit seinen Alpakas an. Kinder und Erwachsene sollen von ihnen nun lernen.

Nachrodt-Wiblingwerde – David (Name von der Redaktion geändert) rennt voller Vorfreude auf die Wiese. Laut rufend und hektisch will der Zehnjährige sofort zu den Alpakas. Doch die finden das gar nicht gut – und laufen erstmal weg.

David ist sauer und will direkt wieder gehen. „Alpakas sind doof.“ Der Zehnjährige ist das erste Mal auf dem Hof Hegemann. David ist ein aufgeweckter Junge, doch ihm fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Er wird schnell ungeduldig und aggressiv, wenn etwas nicht klappt. Auch in der Schule bereitet ihm sein Verhalten oft Probleme.

„Tiere sind völlig unvoreingenommen“

Sozialarbeiterin Lina Hillebrand und Alpaka-Wallach Vulkan wollen ihm helfen. „Guck mal, die Alpakas haben Angst vor dir, sie kennen dich ja gar nicht. Was könntest du denn tun, damit sie dich mögen?“ Einfühlsam startet Lina Hillebrand einen Versuch, an David heranzukommen. Schnell sind die beiden in ein Gespräch vertieft.

Übungsstunde: Lina Hillebrand, Sozialarbeiterin, mit einem Alpaka in der Reithalle des Hofs Hegemann.

Ruhig und gelassen steht David auf der Wiese und erzählt der Sozialarbeiterin von seinen Problemen. Das weckt die Aufmerksamkeit der Tiere. Langsam kommen sie näher. „Siehst du, die Alpakas mögen dich doch“, sagt Lina Hillebrand, und David strahlt über das ganze Gesicht. „Das ist das Tolle bei Tieren, sie gehen ganz unvoreingenommen an jeden heran. Sie finden David nicht besser oder schlechter als jeden anderen Menschen“, erklärt die Sozialarbeiterin.

Alpakas geben dirketes Feedback aufs eigene Verhalten

Die Tiere, so erklärt die Expertin für tiergestützte pädagogische Angebote, spiegelten das Verhalten der Klienten und geben eine sehr ursprüngliche und direkte Reaktion auf menschliches Handeln. Wird David aggressiv, laut oder hektisch, ziehen sie sich zurück. Ist er offen und freundlich, kommen die Tiere wieder.

„Die Alpakas geben durch das direkte Feedback Rückschlüsse über sein Handeln. Gemeinsam können wir jetzt sein Verhalten reflektieren und daraus Handlungsalternativen entwickeln, die sich auch in den Alltag übertragen lassen“, erklärt die Pädagogin das weitere Vorgehen.

Spaziergänge und Einheiten in der Reithalle

Aber auch ängstliche und unsichere Kinder können von den Angeboten profitieren. „Alpakas sind nicht so groß. Für Kinder sind sie auf Augenhöhe. Ihre ruhige und ausgeglichene Art wirkt nicht nur entschleunigend, sondern auch beruhigend. Die Angst kann schneller überwunden werden, und Erfolgserlebnisse werden gefeiert“, erklärt die Sozialarbeiterin.

Neben Treffen auf der Wiese gehören auch Spaziergänge und Einheiten in der Halle zum Programm. Lina Hillebrand will gemeinsam mit Hofbetreiberin Geraldine Hegemann-Malkus tiergestützte pädagogische Angebote in Gruppen- und Einzelstunden schaffen. Sie richten sich vor allem an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, seelischen und psychischen Beeinträchtigungen.

Ganzheitlicher Ansatz

„Ich bin keine Therapeutin, sondern Pädagogin. Ich möchte ein Angebot schaffen, bei dem man gemeinsam guckt, welche Ziele verfolgt und durch das Angebot erreicht werden sollen“, betont Lina Hillebrand. Dazu zählt nach ihrem Wunsch auch eine ganzheitlich-systemische Arbeit. Gemeinsam mit Eltern, Erziehern oder Lehrern wird dann überlegt, was im Alltag schief läuft und woran es liegen könnte. Die Alpakas sind das neue Highlight auf dem Hof Hegemann.

Einrichtungen und Privatpersonen, die das Angebot nutzen möchten, erhalten bei Geraldine Hegemann -Malkus unter Telefon 01 75/2 28 20 22 weitere Informationen

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