Hochwasser: „Lage gut im Griff“

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde hatte am Hochwasserwochenende „die Lage gut im Griff, sagte Nachrodt-Wiblingwerdes Gemeindebrandinspektor Michael Kling gestern im Rahmen einer ersten Bilanz.

Seit Samstagmorgen hatte es für die Wehr immer wieder Einsätze gegeben. Dazu zählten zum größten Teil die Sicherung überfluteter Fahrbahnen aber auch der vorbeugende Schutz von Gebäuden durch den Einsatz von Sandsäcken. Es waren nicht die Lennefluten, die es zu bändigen galt, sondern Bäche: Wie Michael Kling mitteilte, waren das in diesem Fall Wixbergbach und wieder einmal der Kreinberger Bach. Gemeindebrandinspektro Michael Kling lobt hier ausdrücklich die Firma Homann, die durch das Freibaggern der Bacheinläufe Schäden verhindert habe.

Gut vorbereitet war die Feuerwehr: Bereits am Samstagmorgen waren auf Grund einer Vorwarnung des Märkischen Kreises Sandsäcke gefüllt und auf Paletten verladen worden. Die Mitglieder der Löschgruppen Wiblingwerde und Veserde und auch der Löschzug Nachrodt hatten die Sandsäcke auf Spiel- und Sportplätzen der Gemeinde verfüllt. Als es erste Notrufe gab, war die Bereitschaft - zuvor abkommandiert in die Gerätehäuser - dann auch flott zur Stelle. Die Einsätze zogen sich bis in den Abend hinein. Danach wurde dann die Bereitschaft aufgelöst und die Einsatzkräfte bei Bedarf von zu Hause alarmiert.

Zum ersten Mal konnte der Löschzug Nachrodt auch nicht an der zentralen Gedenkfeier für den Volkstrauertag am Sonntag teilnehmen, da die Einsatzkräfte zu einem Wasserschaden zu einer Werkzeugbau-Firma an die Altenaer Straße gerufen wurde. Hier musste vorbeugend für den teuren Maschinenpark ein Schutzwall aus Sandsäcken errichtet werden.

Wie Kling weiter berichtete seien nachts auch immer wieder Kontrollfahrten durchgeführt worden, um frühzeitig auf Lageänderungen reagieren zu können. Dabei seien bekannte Problemorte angefahren und dokumentiert worden.

Kritisch wurde es vorübergehend im Bereich der Dümplerleie, ebenso an der Sparkassenbrücke, wo Treibgut nahe an die unter der Brücke hängenden Gasleitung ragte.

Eine nette Geste erlebten die Einsatzkräfte am Samstagnachmittag. Ein Anwohner hielt mit seinem Auto neben einem Einsatzfahrzeug und überreichte der Feuerwehr einen frisch gebackenen Kuchen mit dem Kommentar, dass es ja wahrscheinlich noch ein langer Tag werden würde. Über solche nette Begebenheiten freuen sich die Einsatzkräfte natürlich sehr. Am Sonntagnachmittag entspannte sich die Lage etwas. Kontrollfahrten gab es aber weiterhin. Insgesamt waren an diesen Tagen 40 Einsatzkräfte in mehreren Schichten im Einsatz.

Wie gesagt - es ist nicht unbedingt die Lenne, welche im Falle eines Hochwassers den Nachrodtern Kopfzerbrechen bereitet. Es sind die vielen kleinen Bäche, die bei heftigen Regenfällen zu reißenden Gebirgsbächen anschwellen und erheblichen Schaden anrichten können. Zuletzt war das 2007 zu beobachten, als der sonst harmlose Kreinberger Bach eine gewaltige Mure auf die Bahngleise und die B236 schob und die Strecke unpassierbar machte.

So waren es eben die reißenden Bäche, die am Hochwasserwochende die Feuerwehr in Atem hielten: So musste mit Sandsäcken Dämme errichtet werden, um Bäche umzuleiten und Grundstücke zu sichern.

Gemeindebrandinspektor Kling freute sich jedenfalls und schreibt in seiner Bilanz: „Durch eine gute Einsatzvorbereitung und eine guten Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof, der auch im ständigen Einsatz war, konnte die Lage beherrscht werden“.

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