Straße zerstört

Hochwasser hinterlässt Verwüstung am Hallenscheid: Höfe kaum erreichbar

Das war mal eine Straße, jetzt ist sie weggerissen: So sieht es im unteren Bereich des Hallenscheider Wegs aus.
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Das war mal eine Straße, jetzt ist sie weggerissen: So sieht es im unteren Bereich des Hallenscheider Wegs in Nachrodt aus.

Der Hallenscheider Weg in Nachrodt-Wiblingwerde ist nach dem Hochwasser im Juli völlig zerstört. Mehrere Höfe sind seit Wochen nur sehr schwer erreichbar. Dort geht‘s um die Versorgung der Tiere.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es ist eine Katastrophe, ein Desaster. Und wer den Hallenscheider Weg nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann sich das Ausmaß der Zerstörung kaum vorstellen. Wo einst eine Straße war, die ohnehin keinen Schönheitswettbewerb hätte gewinnen können, liegt nach dem Unwetter alles in Schutt und Asche.

Asphalt türmt sich an einigen Stellen zu Schichten auf, andernorts schaut man viele Meter in die Tiefe, haben sich gefährliche Abgründe gebildet. Zu Fuß unterwegs muss man vorsichtig sein, um sich nicht die Beine zu brechen. Es war die Gewalt des Opperhusener Bachs, der in Höhe des Johannisborns entspringt und unten im Tal in der Lenne mündet, und einer bislang unbekannten Quelle, die gemeinsam eine Verwüstung hinterlassen haben. So weit, so schlimm und zerbröselt.

Bäume entwurzelt, Leitungen in der Luft

Der Hallenscheider Weg beginnt in Opperhusen, führt durch Hallenscheid, an der Pferdezucht Kückelhaus und am Tannenhof Tacke vorbei und endet am Kreinberger Weg. „Eine Tragödie“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding über den Zustand der Straße. Nachdem die Zuwegung zum Eickhoff wieder frei ist, hat Tiefbauer Sigi Müller das nächste waghalsige Unternehmen vor der Brust.

Das Elend beginnt schon gleich unten an der Straße. 50 Meter nach einer Absperrung steht der Betrachter zunächst in einem Meer von Tannennadeln. „Ich finde es schön, dass hier keine Autos mehr fahren“, sagt eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs ist. Das könne gerne alles so bleiben. Dazu gibt es allerdings ganz andere Meinungen, nämlich von den Menschen, für die der Hallenscheider Weg als Versorgungsstraße zu ihren Höfen von größter Bedeutung ist.

Zeitplan für Sanierung nicht abschätzbar

Bäume sind entwurzelt. Versorgungsleitungen der Telekom hängen in der Luft, wie Mosaikteilchen hat sich die Straße gestückelt. Dort, wo der Opperhusener Bach unter der Straße die Seite wechselt, war während des Unwetters wahrscheinlich irgendwann die Verrohrung verstopft, sodass sich das Wasser mit Macht einen neuen Weg suchte. Hinterlassen hat es eine zerstörte Idylle. Der Plan ist, sich für die Sanierung von unten nach oben durchzukämpfen. Zeitplan? Nicht einzuschätzen.

Metertief bergab geht es stellenweise am Hallenscheider Weg. Teile sind völlig weggebrochen.

Von oben kommend, beginnen die Sorgen unterhalb des Reiterhofs, weil keine großen Fahrzeuge den Betrieb anfahren können. „Wir improvisieren“, sagt Lukas Kückelhaus. Kraftfutter kann nicht angeliefert werden. Die Silos sind leer. Mit einem Trecker wird gerade eine Fuhre Heu gebracht. Sattelzüge können undenkbar über den Kreinberger Weg ausweichen.

Mehr zu tun als nur reparieren

Trotzdem zeigt sich Lukas Kückelhaus optimistisch: „Das ist natürlich alles ärgerlich, aber was will man machen? Man kann das alles überbrücken. Es hat andere Leute schlimmer getroffen.“ Man müsse nun für alle Beteiligten eine ordentliche Lösung finden, die praktikabel und schnell durchführbar sei.

„Wir versuchen es so schnell wie möglich hinzukriegen“, verspricht Bauamtsleiter Dirk Röding. Und er sagt auch: „Es ist sicher nicht richtig, einfach den Ursprungszustand wieder herzustellen – mit der Gefahr, dass in fünf Jahren Ähnliches passiert. Da muss man schon etwas mehr tun.“ Dazu gehört, die Böschung dort, wo sie abgebrochen ist, etwas breiter anzulegen. Zudem soll Grobschlag als Fundament dienen.

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