Hochwasser: gefährdete und gefährliche Stellen

+
Ein sehr sensibler Bereich: Die Nachrodter Brücke. Schweres Treibgut kann die diversen Leitungen gefährden. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Gewaltig und braun wälzte sich die Lenne gestern durch Nachrodt. Während in Altena bereits längst Land unter war, blieb der gemeine Nachrodter recht gelassen - zu unrecht.

Denn, flussabwärts in Nachrodt gibt es auch sehr hochwassersensible Bereiche: im Bräucken, an der Dümplerleie, an der Klingestraße und an der Nachrodter Brücke. Während der Bürger wohl relativ sorglos die braunen Fluten bestaunt, sind Feuerwehr, Ordnungsamt und Baubetriebshof in Bereitschaft, auch die Stadtwerke Iserlohn.

Gestern Abend jedenfalls erläuterte Gemeindebrandinspektor Michael Kling, dass die Feuerwehr die gefährdeten Gebiete regelmäßig kontrolliere, um dann flott reagieren zu können. Die Kontrollfahrten teile sich die Feuerwehr mit den Männern des Baubetriebshofes. Gestern Abend war der Wasserstand an der Risiko-Grenze.

Risikant werden kann es bei Hochwasser für einen Industriebetrieb im Bräucken, der hat teuere Maschinen im Untergeschoss, welches nur einen Steinwurf von der Lenne entfernt in einer Mulde liegt. Hier müsste die Wehr gegebenenfalls schnell reagieren.

Gleiches gilt für einen Stelle direkt unterhalb des Prallhanges an der Dümplerlei. Wenn hier die Lenne über die Ufer tritt, muss der Krankentransport für die Bewohner dieses Nachrodter Ortsteils gewährleistet sein. Kritisch werden kann es immer auch an der Klingestraße, hier drückt das Grundwasser, die Keller laufen voll. An einem Haus neben dem Obergraben waren die Pumpen schon fleißig in Betrieb.

Gefährlichster Punkt ist allerdings ausgerechnet die Nachrodter Brücke. Entlang der Brücke führen Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen. Bei Hochwasser besteht die Gefahr, dass sich Treibgut vor die Leitungen setzt, der Wasserdruck könnte dann unter Umständen die Gasleitung eindrücken, hieß es von den Sicherheits- und Ordnungskräften. Vor Jahren hat es einmal eine kritische Situation gegeben. Da musste Bauunternehmer Müller mit seinem Gerät helfen. Mit Hilfe eines Baggers sei damals ein Baumstamm entfernt worden, der die Gasleitung gefährdet hätte.

Gestern Nachmittag waren auch die Verantwortlichen der Stadtwerke Iserlohn an der Brücke, um probehalber die unterste Gasleitung vor und hinter der Brücke abzusperren. Doch selbst wenn das geschehe, bleibe die Gasversorgung erhalten, hieß es. Etwa auf Straßenniveau verläuft eine andere, eine Hochdruckgasleitung, über die die Versorgung aufrecht erhalten werden könne. Die Stadtwerke verfügten über entsprechende Entnahmestellen zur Weiterverteilung. ▪ vdB

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare